Wir sind die Neuen – MSV Duisburg: „…Realistisch ist ein Kampf um den Klassenerhalt bis zum letzten Spieltag…“

 

Zweiter Teil in der Serie „Wir sind die Neuen.“ Ralf vom Zebrastreifenblog hat meine Fragen beantwortet.

Den MSV Duisburg kann man indes nicht als besonders beliebten FCI-Gegner bezeichnen. Gegen den MSV hagelte einige herbe Pleiten. In acht Vergleichen, verloren die Schanzer viermal. Drei mal endete die Partie Remis und einmal gewannen die Schanzer. Unter den vier Niederlagen war ein 6:1, ein 4:1 und ein 3:1. Das 6:1 zählt zur höchsten Pflichtspielniederlage der Schanzer.

Man kann also nur hoffen, dass die Bilanz der Schanzer sich in den kommenden zwei Vergleichen gegen die Zebras verbessert. Bereits am 7. Spieltag (19. – 22. September) gastiert der MSV im Sportpark.

Aber jetzt erstmal Feuer frei für Ralfs Antworten:

 

Wie hast du die Saison deines Klubs in der vergangenen Saison erlebt?

Die Vereinsführung hatte sich nach dem Schuldenschnitt beim MSV Duisburg im Jahr 2014 deutlich zu einem soliden Wirtschaften bekannt, so dass die Ausgangslage zu Beginn der Saison sehr klar war. Ohne einen Aufstieg würde die Zukunft des MSV Duisburg wahrscheinlich in der Regionalliga zu finden sein. Trotz dieses Drucks war die Zuversicht groß, weil der Kader zusammen gehalten werden konnte und die Rückrunde im Abstiegsjahr sehr erfolgreich war.  Die Leistung der Mannschaft bestätigte zu Beginn der Saison den Optimismus. Sie spielte souverän und war den Gegnern deutlich überlegen, auch wenn nicht alle Spiele gewonnen werden konnten.

„…Der MSV stand 2013 am Abgrund…“

Nach der ersten Niederlage gegen den SV Wehen Wiesbaden aber wandelte sich die Stimmung. Die Tabelle wurde zwar angeführt, doch die selbstsichere Spielweise schwand für ein vorsichtiges Auftreten, das zwar erfolgreich war, aber für uns Anhänger schwer nachvollziehbar blieb. Nach einer 1:0-Führung wurde selten energisch auf ein weiteres Tor gedrängt. Dann blieb es entweder bei dem knappen Sieg oder ein später Ausgleich stand zu Buche. Dazu kamen in der Rückrunde Niederlagen. So entstand die kuriose Situation, dass der MSV nahezu ungefährdet die gesamte Saison über Tabellenführer blieb, wir als Anhänger aber stets misstrauisch waren, ob diese Tabellenführung nicht alleine wegen der wenig konstanten Leistungen der Mitkonkurrenten gehalten werden konnte. Denn der deutliche Neun-Punkte-Vorsprung auf den 3. Platz schmolz zum Ende der Saison hin, so dass erst am vorletzten Spieltag der Aufstieg perfekt gemacht wurde. Es erfüllte sich, was notwendig war und was wir auf den Rängen nur am Anfang zweifellos erwartet hatten.

 

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Eine der bittersten Pleiten der Vereinsgeschichte. Der FCI verliert in Duisburg mit 6:1.

 

 

Wie nervenaufreibend waren die letzten Jahre deines Klubs für dein Nervenklavier?

Der MSV stand 2013 am Abgrund. Die Insolvenz war nahe und das Bangen um die Finanzen des Vereins bestimmte die Zeit bis 2014. Der sportliche Erfolg war deshalb immer auch eine Hoffnung, finanzielle Probleme lösen zu können. Schon der Zweitliga-Aufstieg 2015 war dringend nötig. Er war sehr viel unsicherer als der in der letzten Spielzeit. Das Glück in der 2. Liga währte dann nicht lange. Doch wurde diese Zweitliga-Saison eine Achterbahnfahrt mit einer letzten Steigung in eine immer höhere Höhe, der ein unglaublicher Absturz folgte. Denn der Trainerwechsel jener Saison brachte den MSV der Rettung nahe. Die Mannschaft war hoffnungslos abgeschlagen und Stück für Stück brachte Ilia Gruev sie zurück. Nach dem letzten Spieltag stand der MSV das erste Mal auf keinem direkten Abstiegsplatz sondern auf dem Relegationsplatz. Die Enttäuschung bei den Relegationsspielen war riesig, weil die Mannschaft in beiden Spielen chancenlos war.

 

„…Vereine wie Ingolstadt und Darmstadt – und auch der MSV steht in dieser Reihe – können Abstiege aus höheren Ligen unkalkulierbare Folgen haben…“

 

Mit welchen Hoffnungen und Erwartungen gehst du in die kommende Saison mit deinem Klub?

Ich hoffe sehr, dass die Mannschaft den Klassenerhalt schafft, damit die Finanzen sich weiter konsolidieren können. Die Ausgangslage ist schwierig. Die Mannschaft wird es schwer haben, aber in der Rückrunde 2015/2016 hat Ilia Gruev gezeigt, wie erfolgreich er mit beschränkten spielerischen Mitteln sein kann. Ich bin nicht der einzige, der sich noch eine Neuverpflichtung für den Sturm wünscht. Zumal sich mit Zlatko Janjic gerade ein spielstarker Mann aus dem offensiven Mittelfeld am Anfang der Saisonvorbereitung einen Kreuzbrandriss zugezogen hat. Dennoch ist der Klassenerhalt machbar.

 

Auf welche Spiele freust du dich besonders?

Zu den Auswärtsspielen in Hamburg bei St. Pauli und in Berlin bei Union fahre ich gerne, weil sich das immer mit Besuchen bei Freunden verbinden lässt. Die Spiele gegen Bochum als Pott-Begegnungen haben ihren Reiz, auch das gegen Düsseldorf als Nachbarschaftsduell.

 

Die Schanzer haben bisher sechs Jahre in der zweiten Liga verbracht und sind nun wieder zurück im Unterhaus. Werfe bitte mal einen Blick in die Glaskugel, was denkst du, wie wird die Saison der Schanzer verlaufen?

Wenn ich dazu was sage, ist das tatsächlich ein Glaskugel-Blick frei nach dem Motto, ich sage so etwas allgemeines, was niemals falsch sein kann. Für Vereine wie Ingolstadt und Darmstadt – und auch der MSV steht in dieser Reihe – können Abstiege aus höheren Ligen unkalkulierbare Folgen haben. Der Grund ist einfach: die Anpassung an das jeweilige Finanzniveau der unteren Liga ist so ungeheuer schwer zu schaffen, weil es meist keinen finanziellen Puffer gibt nach einer Zeit in der höheren Spielklasse. Deshalb kann man euch nur Glück wünschen, dass eure Spieler sich schnell wieder in Liga 2 zurecht finden. Gegen den MSV wirkt mein Wunsch übrigens nicht.

 

Wo denkst du, wird dein Klub am Ende der Saison stehen?

Ich hoffe auf einen Mittelfeldplatz. Was meinen gepeinigten Nerven für eine Spielzeit etwas Ruhe gäbe. Realistisch ist ein Kampf um den Klassenerhalt bis zum letzten Spieltag. Wenn dann der MSV auf Platz 15 stände, wäre das großartig.

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Ein Kommentar zu „Wir sind die Neuen – MSV Duisburg: „…Realistisch ist ein Kampf um den Klassenerhalt bis zum letzten Spieltag…“

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