Aus welchen Holz sind die Schanzer geschnitzt?

Na was war das wieder für ein Topstart für die Schanzer. Nicht! Die Schanzer rangieren nach zwei Spielen mit zwei Niederlagen auf dem 17. Tabellenplatz. Die Schanzer haben wohl vergessen ihr Abo auf den 17. Platz zu kündigen. Denn dort rangierte der FCI in der Bundesliga eine Ewigkeit. Wenigstens etwas Konstantes könnte man jetzt hämisch sagen.

Doch aktuell ist die Stimmung nicht so prickelnd. Der Druck wächst. Und das schon nach zwei Spielen. Kein Wunder denn der Kader unseres Teams klingt vielversprechend und die Vorbereitung lief gut. Doch die Spiele gegen Union Berlin (0:1) und gegen den SV Sandhausen (0:1) zeigen einige entscheidende Defizite auf. Diese müssen abgestellt werden, sonst droht erstens Abstiegskampf und zweitens könnte es ziemlich eng werden für Trainer Walpurgis.

Doch worin fehlt es aktuell?

Anders als in der Bundesliga muss der FCI nun mehr das Spiel machen. In der ersten Liga war der Spielstil auf eine gesicherte Defensiv ausgelegt mit aggressiven Gegenpressing. Großes Plus im Spiel waren auch immer die gefährlichen Standardsituationen. Mit Markus Suttner und Pascal Groß verfügte das Team über zwei brandgefährliche Standardschützen. Die sind allerdings nach England gewechselt. Einen Ersatz gibt es bisher nicht. Das Team kann also vorerst nicht an seiner Standardstärke zehren.

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Ein guter Saisonstart sieht anders aus. Bereits nachdem Auftakt gegen Union war die Truppe ordentlich bedient. Alle Bilder: Roland Geier

Die 2. Liga ist eine harte und verdammt ausgeglichene Liga. Dieses Jahr noch mehr denn je, als in den vergangenen Jahren. Haben mit dem VfB Stuttgart und Hannover 96, wenig überraschend zwei Giganten die Liga wieder ins Oberhaus verlassen. Die halbe Liga will aufsteigen und viele Teams können es sogar auch. Doch am Ende sind es maximal drei die ins Oberhaus aufsteigen können. Die Schanzer haben als Saisonziel nie den Wiederaufstieg ausgegeben, was ich auch nur richtig und wichtig fand. Doch der Saisonstart ist jetzt eine harte Bauchlandung.

„…Das Team lässt aktuell Grundtugenden in der zweiten Liga vermissen…“

Ich war in Teneriffa bei den ersten beiden Spielen, die teilweise aber echt schlechten Leistungen des Teams sind mir nicht verborgen geblieben. Die Sandhausen-Pleite hat mich echt so gewurmt, dass ich teilweise einige Stunden ziemlich genervt war.

Das Team lässt aktuell Grundtugenden in der zweiten Liga vermissen. Resolutes Zweikampfverhalten, Kampf, eine gewisse Bescheidenheit und Respekt gegenüber dem Gegner. Auch die Konzentration setzte sowohl gegen Union und auch gegen Sandhausen bei ein paar Spielern immer wieder aus. Davon zu reden die zweite Liga anzunehmen, ist das eine. Es zu tun, wieder etwas Anderes. Jedenfalls besitzt doch ein Großteil des Kaders Zweitliga-Erfahrung und kickte auch mit dem FCI noch im Unterhaus.

Dazu kommen erschwerend noch Querelen. Tisserand will wechseln, Haderjonaj auch. Der Schweizer bezichtigte in den Medien die Sportliche Leitung sogar einer Lüge. Was stimmt, ist mir herzlich Wurst. Entweder der Junge soll sich einig werden mit Stuttgart für eine vernünftige Ablösesumme oder einfach eine gute Leistung zeigen. Der Schweizer zeigte aber gegen Sandhausen mal wieder seine Wichtigkeit.

Auch fragwürdig finde ich generell die Wahl des Systems sowie die Aufstellung der Spieler. Stefan Lex, Tobias Pledl und Robert Leipertz präsentierten sich in der Vorbereitung gut und befinden sich gar nicht im Kader. Insgesamt kommt viel zu wenig von der Offensive und auch die Defensive scheint sich nicht einig zu sein auf  welcher Höhe man jetzt verteidigen soll. Generell würde ich von der modifizierten Dreier/-Fünferkette weggehen wieder hin zu einem 4-1-2-1-2. Also Viererabwehrkette, zwei Außenspieler, einem Sechser, einem Zehner und zwei Stürmer. Das Spielermaterial für dieses System ist vorhanden. Oder zwei Sechsern. Ein kreativer für die Spieleröffnung und ein Kampfschwein.

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Mit Marvin Matip der einzige Führungsspieler aktuell im Team: Kampfschwein Almog Cohen. 

Für mich sind die Außenpositionen nicht ausreichend besetzt. Eine gute Offensive lebt in aktuellen Zeiten von einem blinden Zusammenspiel der Außenpositionen. Heißt der Außenverteidiger gestaltet das Offensivspiel mit, eröffnet das Spiel und schickt dann die Außen im Mittelfeld ins „Rennen.“

„…Bereits am Sonntag steht ein Spiel an, bei dem die Schanzer endlich beweisen können aus welchem Holz sie geschnitzt sind…“

Die Schanzer müssen in der Offensive mehr Druck ausüben. Das Team muss eine Balance finden aus gesicherter Defensive und die Gegner auch mal in der Hälfte festzuschnüren. Anspruch und Realität klaffen aktuell massiv auseinander. Und dass Spieler wie Lex, Leipertz und Pledl nicht mal im Kader sind, sorgt schon für Unmut. Von einer vergifteten Stimmung möchte ich jetzt nicht sprechen, aber es wirkt sich auch nicht teambildend aus.

Bereits am Sonntag steht ein Spiel an, bei dem die Schanzer endlich beweisen können aus welchem Holz sie geschnitzt sind. Im Städtischen Stadion an der Grünwalder Stadion zu München-Giesing geht´s im DFB-Pokal gegen 1860. Die 60er sind in der Regionalliga Bayern aktuell Tabellenführer, sind voll im Saft und haben meiner Ansicht hier einen Vorteil. Schlauchen könnte das Team aber ganz vielleicht das heutige Toto-Pokal-Spiel beim VfR Neuburg. Die Schanzer werden sich auf ein extrem schweres Spiel einstellen müssen. Denn 1860 ist heiß darauf, zuhause den Rivalen zu schlagen. Zusätzlich kommt noch die giftige Stimmung im Grünwalder dazu.

Es liegen viele Fragezeichen in der Aufstellung und im Team. Bregerie ist aktuell mehr Unsicherheitsherd als eine Bank in der Abwehr. Neumann präsentierte sich im ersten Spiel vernünftig, wäre eine Alternative auf der Außenverteidigerposition. Pledl, Leipertz wären die Alternativen aus der Außenbahn. Cohen und Schröck könnten als Sechser agieren. Cohen als defensiver Part, Schröck für die Spieleröffnung. Kutschke würde ich eine Pause gönnen und dafür Colak spielen lassen. Oder Lezcano rausnehmen und Colak und Kutschke beginnen lassen.

Am Sonntag wird sich zeigen aus welchen Holz die Spieler geschnitzt sind. Es nicht nur ein Stimmungstest sondern auch ein Wegweiser für die kommende Runde.

 

Meine potenzielle Aufstellung für das Spiel am Sonntag sieht so aus:

Hansen – Haderjonaj, Matip, Bregerie, Neumann – Cohen, Schröck, Pledl (Lex), Leipertz – Colak, Lezcano (Kutschke)

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