Der Leitwolf übernimmt die Schanzer – vorerst 

Beim FC Ingolstadt passierte heute so einiges. Maik Walpurgis muss gehen, für ihn übernimmt U21-Coach Stefan Leitl interimsmäßig. Und Marcel Tisserand wechselt zum VfL Wolfsburg. Erst auf Leihbasis und soll dann verkauft werden. Der Transfer soll durchaus lohnend sein, so berichtet es zumindest der Kicker.

Man kann also sagen der FCI hat sich heute von zwei problematischen Personalien getrennt. Eine Personalie sorgte für Unruhe im Team mit seinem Wechselwunsch. Und bei der anderen Personalie scheint der Zenit leider schon überschritten zu sein.

Maik Walpurgis kam im vergangenen Jahr als Nobody an die Donau. Viele rieben sich die Augen als damals die Nachricht über die Ticker lief. Walpurgis wer? Auch ich dachte das, doch unter Walpurgis stellte sich schnell Erfolg ein. Die Schanzer sammelten wieder Punkte und das Team wuchs wieder zu einer Einheit zusammen. Die Schanzer agierten auch zum ersten Mal mit einer Dreierkette. Ein System, das auch viele namhafte Gegner zur Verzweiflung trieb. Am Ende hat es bekanntlich nicht gereicht die Klasse zu halten. Was aber Walpurgis zuzuschreiben ist. Denn das Team und der Verein mit dem zweitniedrigsten Etat der Bundesliga konnte einfach die zwei Punkte aus zehn Spielen nicht mehr aufholen.

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Nach vier Pflichtspielen in der neuen Spielzeit ist Schluss für Maik Walpurgis

Bereits nach den ersten zwei Saisonspielen und auch bei genauer Betrachtung der Vorbereitungsspiele erkannte man deutlich, dass Maik Walpurgis nicht im Stande war ein Team weiterzuentwickeln bzw. einer Mannschaft ein neues spielerisches Konzept zu verpassen. Der erste Riss zeigte sich schon als Walpurgis das System wechselte und dabei davon sprach „dass sich das Team damit wohler fühle.“ Diesen großen Fehler hat auch Vorgänger Kauczinski bereits gemacht.

Auch diverse Personalentscheidungen, wie die Nichtberücksichtigung des letztes Jahr klasse aufspielenden Pledl im Kader, sorgten für Aufregung. In Summe war es letztlich zu viel, dass Walpurgis im Amt gehalten werden konnte. Und man hatte auch das Gefühl, der Trainer kommt bei der Mannschaft auch nicht mehr an. Walpurgis hat große Sympathien und auch die Fähigkeit Menschen mitzureißen. Ebenso war seine ruhige und besonnene Art für lange Zeit wichtig. Doch gerade in schwierigen Situationen zeigen sich eben die wahren Fähigkeiten eines Trainer, zumal wenn es Umbrüche im Team gibt und neue Spieler dazukommen.

Pikanterweise haben nicht viele Trainer in Ingolstadt nach der Sommerpause überlebt. Und fast in allen Zweitligaspielzeiten war der Start eine Bauchlandung. Der Trainerstuhl bleibt in Ingolstadt heiß.

 

Umso hoffnungsvoller stimmt jetzt die interims-weise Berufung von Stefan Leitl zum Cheftrainer. Meiner Ansicht kann dem Klub aktuell nichts Besseres passieren. Bereits beim letzten Trainerwechsel war Leitl hochgehandelt. Er wurde auch schon mit Darmstadt 98, seinem Ex-Klub, in Verbindung gebracht. Doch letztlich hinderte wohl die noch nicht vorhandene Fußballlehrerlizenz ihn daran, Cheftrainer in Ingolstadt zu werden. Denn diese Doppelbelastung brachte den damals auch erfolgreichen Michael Wiesinger zum Scheitern. Bis heute, so finde ich, einer der bittersten Trainerwechsel, die vorgenommen wurden.

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War schon als Spieler ein außergewöhnlicher Führungsspieler und nun übergangsweise der Coach der Schanzer: Stefan Leitl. Aller Bilder: Roland Geier

Stefan Leitl der ehemalige Leitwolf und Spielführer übernimmt nun das Ruder. Er ging als Spielführer immer voran, führte die Schanzer mehrfach, sowohl mit Körpersprache, Führungsqualität, Toren und seinem Kampfwillen aus schon verlorenen Abstiegskämpfen. Schon zu Regionalliga-Zeiten spielte Leitl für die Schanzer und war auch immer ein wichtiges Puzzle-Stück. Nachdem es ein Zerwürfnis mit Tomas Oral gab, war zu befürchten das Leitl den Klub komplett den Rücken kehrt nach seinem Karriereende. Doch er blieb im Klub, trainierte erst ein Jugendteam und übernahm schließlich die jetzige U21 in der Regionalliga.

Auch hier gelang es dem Coach immer wieder aus einer neu bunt gewürfelten Truppe eine schlagfertige Mannschaft für die durchaus starke Regionalliga Bayern zu entwickeln. Den Lohn erntet Leitl nun zusammen mit seinem Co-Trainer Ersin Demir.

Das neue Übergangstrainerführungsduo soll die Mannschaft zusammen mit Michael Henke führen und zwar am Besten, schnell aus dem Keller.

 

Wie lange Leitl bleiben darf oder ob er sogar dauerhaft Trainer der Schanzer wird, steht noch in den Sternen und wird auch von den kurzfristigen Erfolgen nun gegen Fürth und Aue abhängen. Bereits jetzt werden einige Kandidaten für den Trainerposten genannt wie Markus Weinzierl oder Bernd Schuster.

Ich persönlich wünsche Stefan Leitl, alles Gute für seine Aufgabe. Möge er die Mannschaft wieder weiter nach oben führen, ihr neues Leben einhauchen. Wenn einer die Tugenden der zweiten Liga kennt, dann er. Nicht umsonst habe ich Stefan Leitl als den „besten Spieler den der FCI je hatte“ einmal geadelt. Jetzt ist seine Aufgabe als Übungsleiter die Vorgesetzten von seinen Fähigkeiten zu überzeugen. Und ich würde mir, sofern sich Erfolg einstellt, dass der Leitwolf auch dauerhaft an der Außenlinie der Schanzer steht. Denn einer mit Stallgeruch würde dem FCI nicht schaden.

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