Ralf Keidel: Mister Gnadenlos

Er war noch ein Verteidiger alter Schule: Ralf Keidel. Von 2006 – 2011 war er Teil der ersten Mannschaft des FC Ingolstadt. Eindeutig eine Klub-Legende, die vor allem durch eines immer auffiel: gnadenlos erbitterten Einsatz.

Für Ralf Keidel gab es nicht Halbgas, sondern nur Vollgas. Der in der Nähe von Würzburg geborene Defensivakteur kannte kein Pardon mit seinen Gegenspielern. Seine Stärken: knallharter Einsatz, erbitterte Zweikampfführung, harte Psychologie auf dem Platz, ein satter Schuss und Charakter. Ralf Keidel gehörte von 2006 – 2011 zu den Führungsspielern im Team. Den Abstieg aus der zweiten Liga konnte er leider nicht verhindern. Allerdings stieg er mit dem Team über die Relegation dann wieder auf. Keidel gehörte in beiden Saisons zu den wichtigen Spielern im Team.

Doch Ralf Keidel wäre nicht Ralf Keidel, wenn er durch eine besondere Statistik besonders auffallen würde. Auffallend sind nicht seine Torvorlagen, seine Tore oder Startelf-Einsätze, sondern seine Kartenbilanz.

Keidel_1

In 333 Pflichtspielen insgesamt für Rot-Weiß Oberhausen, den MSV Duisburg und LR Ahlen und den FC Ingolstadt kassierte er 122 Gelbe Karten. Bei den Schanzern sah er in 111 Spielen, satte 50 mal Gelb. Heißt ein Spiel ohne Gelb, ist mit mangelnden Einsatz wohl gleich zu stellen. Doch interessant ist, dass Keidel im Verhältnis zu seinen gelben Karten gar nicht so oft vom Platz flog, wie man vielleicht annehmen könnte. Beim FCI sah er nur zweimal die Ampelkarte. In insgesamt 333 Partien, musste er viermal mit glatt Rot runter. Fünfmal zeigte der Schiedsrichter ihm die Gelb-Rote Karte.

Keidel

Das Fußball spielen lernte er in Rimpar und Würzburg. Nach seinem Wechsel zum Regionalligisten Schweinfurt, zog es ihn zum Premier-League-Klub Newcastle United. Bei den Magpies schaffte Keidel zwar nicht den Sprung zu den Profis, konnte allerdings einige tolle Erfahrungen wieder mit nach Deutschland nehmen. Dann entwickelte er sich zu einem gestandenen Zweitliga-Profi. Fünf Jahre spielte er für den MSV Duisburg. In 109 Partien gelangen ihm neun Tore. Vor dem Wechsel nach Ahlen hatte er einjähriges Intermezzo bei Rot-Weiß Oberhausen. Auch in Ahlen spielte Keidel nur ein Jahr, ehe es ihn zum FCI in die Regionalliga Süd verschlug.

Ralf Keidel

Mit den Schanzern gelang der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Nach einer katastrophalen Rückrunde ging es wieder runter. Er gehörte damals zum Abwehrverbund um Michael Wenczel, Neunaber und Gerber.

Bis 2011 schnürte er seine Schuhe noch für die erste Mannschaft der Schanzer, auch wenn er nicht mehr so oft zum Zuge kam. Danach ging es in die U23, dort war er auch Co-Trainer. Mittlerweile arbeitet Ralf Keidel beim FC Ingolstadt 04 und kümmert sich um alle Dinge am Stadion und an Spieltagen.

Keidel (2)

Tore erzielte er für die Schanzer nicht allzu viele. Aber eins bleibt jeden wohl in Erinnerung. Beim Kantersieg gegen Wehen-Wiesbaden zog Keidel aus circa 35 – 40 Metern ab und nagelte den Ball in die Maschen.

Keidel war auch nie einer, der die Journalisten gemieden hat, nach schlechten Spielen. Er stand immer Rede und Antwort. Keidel, ein Charakterkopf, ein Führungsspieler, ein getriebener auf dem Spielfeld, bei dem der Einsatz fürs Team immer oberste Priorität hatte. Wer übrigens Ralf Keidel mal richtig „on fire“ sehen möchte, sollte „MSV Duisburg – RWO (R. Keidel) auf Youtube suchen.

Ralf Keidel, ein Typ der wie viele Andere, weiter Teil der Schanzer-Familie geblieben ist.

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