Das Schiff im Nebel: FCI

Gegen den VfL Bochum zeigten die Schanzer mit Abstand ihrer schlechteste Saisonleistung. Nun gibt es nur eine Divise: den Klassenerhalt. Doch es wird ein schwieriges Unterfangen, sollte die Mannschaft nicht endlich die wichtigen Tugenden an den Tag legen. Irgendwie muss das Schiff auf Kurs gebracht werden. Die Fehler die gemacht wurden bisher können jedenfalls jetzt nicht mehr korrigiert werden.

Abstiegskämpfe führen, das war lange Gewohnheit in Ingolstadt. Zweimal verlor man den Kampf um die Klasse. Der letzte Kampf ist nicht mal ein Jahr her. 2008/2009 war die Premieren-Saison der Schanzer in der zweiten Liga. Nach einer super Hinrunde, gewannen die Schanzer noch genau ein Spiel in der Rückrunde. Es war das Spiel am letzten Spieltag gegen Koblenz. Der Abstieg war damals schon frühzeitig besiegelt. Schleichend rutschte die Mannschaft in den Keller. Immer wieder wurden die gleichen Floskeln verwendet und die wichtigen Tugenden beschworen. Am Ende vergebens.

Die Geschichte aus der letzten Saison ist bereits oft genug erzählt worden. Doch es gibt auch erfolgreiche Kämpfe gegen den Abstieg die der FCI geführt hat. Die Punktejagd und die Aufholjagd waren zwei Abstiegskämpfe die das Team damals um Spielführer Stefan Leitl führten. Zwei Abstiegskämpfe die eigentlich zur Winterpause, hoffnungslos waren. Kapitale Fehlstarts und dann kam es das Aufbäumen. Kampf, teilweise wirklich toller Fußball, Mentalität und Ungeschlagen-Serien. Wenn der FCI sich aus dem Keller spielte, dann am Ende mit versöhnlichen Tabellenresultaten. Der Unterschied zu damals ist, dass die Mannschaft sich jetzt schleichend richtig Keller manövriert hat und aktuell alle wichtigen Tugenden für einen Abstiegskampf fehlen.

Nachdem Wiederaufstieg aus der dritten Liga stand der FCI zur Winterpause mit nur zwölf Punkten am Tabellen-Ende. Der Rückstand aufs rettende Ufer betrug vier Punkte.

Mit lediglich vier Punkten Rückstand hatte der FCI seine großen Mühen und kämpfte fast bis zum Saisonende gegen den drohenden Abstieg. Das Gesicht des Abstiegskampfes war damals Stefan Leitl. 13 Tore in 27 Spielen erzielte Leitl damals und schoss den FCI fast im Alleingang aus dem Keller.

In beiden Saisons wuchs der Zuschauerzuspruch beim FCI merklich an. Die guten Leistungen wurden von den Zuschauern im hohen Maße honoriert.

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War damals Mister Klassenerhalt als Kapitän. Gelingt es Stefan Leitl dieses Mal auch als Trainer?

Im Keller ist ordentlich Bewegung. Man muss im höchsten Maße besorgt sein.

Doch aktuell muss man im höchsten Maße besorgt sein. Aktuell ist ordentlich Bewegung im Keller. Der tot geglaubte 1. FC Kaiserslautern sendete mit seinem sensationellen 4:3 gegen Union Berlin ein deutliches Zeichen an die Liga: „Hey wir sind noch da.“ Und auch die Lilien aus Darmstadt zeigten mit ihrem Sieg in Dresden (2:0), dass sie noch lange nicht aufgesteckt haben. Fürth hat sich Luft verschafft im Keller mit dem Derby-Sieg gegen Nürnberg. Und die „ewigen Abstiegskämpfer“ aus Aue. sind jetzt auf dem Relegationsplatz. Alle Teams im Keller zeigen aktuell was in ihnen steckt. Sie mobilisieren Kräfte, kämpfen und zeigten bisweilen auch guten Fußball. Diese wichtige Mentalität fehlt dem FCI seit Wochen. Und jetzt wird es richtig eng.

2. BL. Saison 2017/18 - FC Ingolstadt
Auch Bochums Spieler kannten gegen den FCI keine Gnade. Alle Bilder: Roland Geier

Die Keller-Teams punkten, kämpfen und stecken nicht auf. Während beim FCI sich keine Leader hervortun. Außerdem ist kein spielerisches Konzept zu sehen, kein Aufbäumen, kein Kampf, kein Mut und schon gar nicht eine Rückkehrer-Mentalität. All diese Qualitäten sorgten dafür, dass der FCI seine beiden (am Ende erfolgreichen) Zweitliga-Abstiegskämpfe doch noch gewonnen hat. Der Führungsspieler damals war eben Stefan Leitl. Er war Torschütze, Führungsspieler und Taktgeber in einem.

Strategische Fehler bei der Kaderzusammenstellung

Doch das Personal ist das große Problem aktuell. Es wurden zweimal große strategische Fehler gemacht bei der Kaderzusammenstellung. Für die wichtigen Achsen Markus Suttner, Florent Haderjonaj, Pascal Groß, Mathew Leckie und Marcel Tisserand wurden keine adäquaten Neuzugänge verpflichtet. Die Neuzugänge die verpflichtet wurden konnten das entstandene Vakuum nicht füllen. Trotz großer Transfer-Erlöse wurden keine gestandenen Spieler fürs Team verpflichtet.

Auch im Winter wurde nicht in den Geldbeutel gegriffen. Verpflichtet wurden lediglich der vereinslose Patrick Ebert für das zentrale Mittelfeld und Christian Träsch. Beides Spieler die dem Klub bisher nicht entscheidend weiterhelfen konnten. Träsch hat zwar Erfahrung. Allerdings fällt er bislang nicht sonderlich negativ oder positiv auf.

2. BL. Saison 2017/18 - FC Ingolstadt
Braucht dringend ein spielerisches Konzept das Punkte bringt: Stefan Leitl.

Es steht also nicht nur das Team im Fokus, sondern auch die sportliche Führung. Doch die Kaderplanung kann jetzt nicht mehr korrigiert werden. So liegt zwangsläufig Trainer Stefan Leitl im Fokus. Der Coach hatte bereits nachdem Bochum-Spiel einen möglichen Systemwechsel angekündigt. Auch Leitl braucht jetzt dringend Ergebnisse und Lösungen. Sonst wird nicht nur die Luft im Keller dünner, sondern auch für ihn. Denn auch beim FCI greifen die branchenüblichen Reflexe bei dauerhaft ausbleibenden Ergebnissen.

Es wird Zeit das „Schiff im Nebel – FCI“ wieder in geordnete Gewässer zu führen.

Gegen Darmstadt hat der FCI am Böllenfallentor die große Chance, Wiedergutmachung zu betreiben. Die Darmstädter, bekannt als Mentalitätsmonster werden dem FCI aber nicht kampflos das Feld überlassen. Für die Lilien geht es ums blanke Überleben. Die Hessen wollen die Fahrstuhlfahrt nach unten abwenden. Auch die nächsten Gegner versprechen wie immer Brisanz. Dynamo Dresden kommt eine Woche später in den Sportpark und dann geht es zum 1. FC Heidenheim. Die Heidenheimer eine der gefährlichsten Mannschaften der Liga. Die Mission Klassenerhalt wird sehr schwer.

Doch das Bochum-Spiel hat gezeigt, was fehlt. Man kann nur hoffen, dass das Team endlich zeigt das was die Fans sehen wollen: Kampf und Leidenschaft. Alleine mit diesen Tugenden lässt viel bewegen im Keller. Aber die Konkurrenz schläft nicht. Es wird Zeit das „Schiff im Nebel – FCI“ wieder in geordnete Gewässer zu führen. Sonst droht Schiffbruch.

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