Ich sehne den Abpfiff der Saison herbei

Eigentlich wollte ich mir die Analyse vom Spiel sparen. Ich bin ja kein Schallplattenspieler der jede Woche die gleiche Melodie dudelt. Aber diese Niederlage regt mich einfach so sehr auf, dass ich doch ein paar Worte verlieren muss.

Das Holstein Kiel eine tolle Saison spielt und Fußball spielen kann, war vor dem Heimspiel längst klar. Der Aufsteiger ist auf dem besten Wege in die Bundesliga durchzumarschieren. Wahrscheinlich müssen die „Störche“ noch den Umweg Relegation nehmen. Die Aufgabe war einfach, irgendwie Kiel niederringen und so sich so den Klassenerhalt sichern. Kiel war die letzte Station der Festspielwochen. In der Hinrunde erzielte der FCI noch eine gute Ausbeute aus den drei Partien. Sieg gegen Nürnberg, Sieg gegen Düsseldorf und Remis in Kiel. In der Rückrunde holte der FCI einen Punkt gegen Nürnberg, kassierte eine Klatsche bei Fortuna und nun folgte gleich die nächste Klatsche.

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Sonny Kittel erzielte den Ausgleich, danach schepperte es gleich viermal im Kasten der Schanzer. Bild: Roland Geier

Ein 1:5 zeigte am Ende die Anzeigetafel an. Dieses 1:5 ist die höchste Heimspiel-Niederlage in der zweiten Liga für die Schanzer. Und auch in der gesamten Vereinsgeschichte steht das 5:1 jetzt ganz oben. Da es die „jüngere“ Niederlage ist, löst das 1:5 das 0:4 gegen Dortmund ab. Wieder einmal besorgniserregend präsentierten sich die Schanzer. Zwar machte es der FCI bis zur Halbzeit ganz vernünftig, doch so richtig gut spielte die Elf von Stefan Leitl jetzt auch nicht. So sah ich es zumindest. Viel Ballbesitz hatte der in weiß-gold auftretende FCI. Das Spiel war verfahren. Kiel stellte das Mittelfeld gut zu und der FCI fand wenig Mittel für offensive Gefahr zu sorgen. Morales Torabschluss war eine Einzelaktion, aber auch keine Kombination der Offensivspieler. Die Führung für Kiel erinnerte an eine Spielsequenz von FIFA 2003. Da wurde einfach die Steilpass-Taste gedrückt und man war durch. Dieser Steilpass hebelte die Ingolstädter Verteidigung aus und schon stand es 1:0. Das 1:1 durch Sonny Kittel war technisch top und auch durchaus sehenswert. Man hatte Hoffnung, dass im zweiten Durchgang was gehen konnte. Nach einer Stunde nahm das Unheil seinen Lauf. Duksch traf zum 2:1 nach einem perfekt vorgetragenen Konter. Die FCI-Bank insbesondere Harald Gärtner beschwerten sich dann vehement. Kiel spielte einfach weiter, obwohl Cohen verletzt am Boden lag. Kann man durchaus nachvollziehen den Ärger. Allerdings ist es seit circa zwei Jahren so geregelt, dass der Gegner dann einfach weiterspielen darf. Natürlich hat es einen unfairen Touch. Aber ganz ehrlich. Wenn unser Team einfach weitergespielt hätte, hätte sich keiner beschwert. Also finde ich die Aufregung total überzogen und nicht nachvollziehbar. Acht Minuten später fälschte Levels einen Freistoß zum 3:1 ab. Beim 4:1 hebelte Duksch mit einem Steilpass abermals den Abwehrverbund aus den Angeln. Schindler konnte durchstarten umkurvte Nyland technisch visiert und traf. Beim 5:1 hielt Drexler die Birne hin, als zuvor Duksch abzog.

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Ich sehne den Abpfiff der Saison entgegen. Doch wohin geht dann die Reise? Bild: Nadine Hörmann

Das 5:1 ist laut Trainer Anfang doch zu hoch ausgefallen. Aber ganz ehrlich, wenn sich ein Gegner so ergibt, muss man einfach knallhart sein. Die Kieler die Überraschungsmannschaft dieser Saison zeigte dem FCI wie gekontert wird. Kapitän Marvin Matip stellte nach dem Spiel die „Charakterfrage.“ Die muss man sich auch stellen. Ich wiederhole mich jetzt nicht. Ich habe in den letzten Wochen schon meine Bedenken angemeldet. Einige Spieler in Frage gestellt und auch neue junge Spieler für die Startelf gefordert. Und ein Umbruch im Sommer ist sowieso unumgänglich. Ein „Weiter so“ darf es nicht geben. Wenn die jungen Talente nicht mehr Spielzeit bekommen und auch keine neuen Spieler kommen die uns sofort weiterbringen, ja dann spielen die Schanzer kommende Saison gegen den Abstieg. Diese zweite deutliche Niederlage sollte jetzt wirklich das aller letzte Alarmsignal gewesen sein. Wie die Mannschaft gegen Braunschweig und Kaiserslautern punkten will, ist mir egal. Hauptsache sie tut es. Und dann bin ich froh, dass die Saison am 34. Spieltag abgepfiffen ist. Selten habe ich ein Saisonende so herbeigesehnt wie dieses. Nicht mal in den Saisons wo der FCI lange im Keller der zweiten Liga stand hat die Mannschaft so schlecht gespielt wie jetzt. Und auch das sollte Spielern und auch der sportlichen Leitung mehr als zu denken geben.

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