#FCMFCI: Immer noch schwer einzuordnen

Selten habe ich nach einem Spiel so viel gegrübelt wie nach dem Auswärtsspiel in Magdeburg. Wie soll ich dieses Spiel nur einordnen? In diesem Beitrag habe ich es mal versucht und meine Gedanken zu „Papier“ gebracht.

Es war klar, dass es schwer wird. Magdeburg als euphorisierter Aufsteiger mit toller Stimmung im Stadion erwartet einen FCI, der sich mit Pauken und Trompeten aus dem DFB-Pokal verabschiedet hat. Nach einem Horror-Spiel, wo man sich über 75 Minuten klar die Frage stellen musste: „Warum sind wir eigentlich überhaupt angetreten?“

Unsere Mannschaft geriet früh ins Hintertreffen, denn Magdeburg legte los wie die Feuerwehr. Bereits nach zwei Minuten zappelte die Kugel im Tor. Doch das Tor zählte nicht wegen Abseits. Das direkte Eckentor des FCM wurde wegen Torwartbehinderung ebenfalls abgepfiffen. Doch gemäß des Mottos, alle guten Dinge sind drei, zählte dann der dritte Anlauf. Stefan Kutschke verlor nach einem Freistoß das Kopfballduell gegen Erdmann. Jener Erdmann legte sich die Kugel selbst auf und schloss per Volley ab. Marco Knaller hatte keine Chance den halbhohen Ball aufs kurze Eck abzuwehren, zumal ihm die Sicht versperrt wurde. Magdeburg führte und das vollkommen zu Recht. Bis dahin war die Taktik den Gegner mit einer aggressiven Gangart die Lust am Spiel zu nehmen durch den FCI, gescheitert. Viele Fouls prägten das Spiel, hauptsächlich verursacht von den Schanzern. Trotzdem bewahrte der Aufsteiger kühlen Kopf und spielte direkt nach vorne und wurde so auch gefährlich.

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Der FCI tat sich extrem schwer. Viele Fehlpässe erstickten Versuche mal nach vorne zu agieren, im Keim. Wenigstens der Einsatz passte. Kurz vor der Halbzeit dann aus dem Nichts der Ausgleich. Ebenfalls diskussionswürdig. Beim Freistoß von Sonny Kittel, liefen Marvin Matip und Tobias Schröck ins Abseits, berührten den Ball allerdings nicht. Der Schiedsrichter ließ den Treffer zählen. Und die große Fragen eben, reicht eine Bewegung zum Ball um vom aktiven Abseits zu sprechen? Wie dem auch sei, das Tor zählte. Dann wurde es richtig hitzig im „Hexenkessel“ Magdeburg. Nach einem Foul an Röcher, eckte Stefan Kutschke an. Es kam zu einer Rudelbildung und auch beim Gang in die Kabinen gerieten noch einige Spieler aneinander. Es war also was geboten in Magdeburg. Drei Tore, zwei davon abgepfiffen. Und ein Tor, über das herzlich diskutiert werden kann. Auch weil scheinbar der Freistoß der zum Tor führte, keiner war. Aber wo fängt man an und wo hört man auf?

Im zweiten Durchgang kam Magdeburg frisch aus der Kabine, hatte noch ein paar Abschlüsse, doch richtig krasse Torchancen waren nicht dabei, außer ein Freistoß aus 17 Metern, der knapp übers Tor ging. Der FCI wirkte jetzt stabiler und sortierter. Magdeburg ging langsam die Puste aus, das Spiel wurde mehr im Mittelfeld ausgetragen. Unser Team konnte aber nicht mehr zu großen zwingenden Chancen kommen. Allerdings waren ein paar Kleinigkeiten spürbar. Ab dem Zeitpunkt wo Frederic Ananou ausgewechselt wurde, wirkte der Abwehrverbund stabiler. Phil Neumann ersetzte ihn gut und machte seine Aufgabe gut. Ananou kassierte früh eine Gelbe Karte und war bei der insgesamt aggressiven Gangart der Partie,  durchaus Rotgefährdet. Auch die Umstellung auf ein 4-2-2 verhalf dem FCI ein bisschen mehr offensiven Druck zu entwickeln.

Doch wie soll diese Partie jetzt eingeordnet werden? Klar ist, gegen Aue werden wieder eine ähnliche Partie sehen. Abnutzungskampf und eine harte Gangart. Auch Aue steht zum Saisonstart nicht gut da. Für beide Teams also schon ein kleines Schicksalsspiel.

Bei Spielern und Verantwortlichen ist man sich einig, dass der Auftritt in die richtige Richtung ging. Weil Bereitschaft, Kampf und Wille stimmten. Und Stefan Kutschke sagte: „Wir müssen uns auf sowas jetzt Woche einstellen.“ Und auch Stefan Leitl war zufrieden: „Man hat gesehen dass die Mannschaft lebt.“

Aber vielleicht helfen schon kleine Umstellungen, Nachjustierungen um gegen Aue nicht gleich wieder ins Hintertreffen zu geraten. Es wäre durchaus einen Versuch wert mal mit einem 4-4-2 zu agieren. Ich persönlich sehe Röcher auf der Zehn besser als Außen. Und Sonny Kittel wurde ebenso wie Stefan Kutschke komplett aus dem Spiel genommen. Auf der Außenbahn ist Kittel weniger greifbar. Ein Defensivverbund kann sich nicht leisten, zwei Spieler abzustellen um unseren Spielmacher im Zaun zu halten. Und mit zwei Stürmern ganz vorne, wäre zumindest einer immer irgendwo anspielbar, wenn einer gerade beackert wird. Wie wäre es mit Leipertz und Kutschke. Oder Kutschke und Benschop? Frederic Ananou würde eine kleine Pause gut tun, für ihn könnte Phil Neumann auf der Außenverteidiger-Position beginnen. Und auf der Sechs wird es halt dann heikel. Gimber, Schröck und Kerschbaumer könnten diese Position spielen.

Mit großen spielerischen Mitteln wird man das Aue-Spiel nicht gewinnen. Man kann auf der kämpferischen Leistung über weite Strecken doch aufbauen. Doch offensiv fehlt nach wie vor die zündende Idee. Lange Bälle sind gegen keine Gegner ein probates Mittel. Dieser Spielstil wurde gegen Magdeburg auch gleich eingestellt. Ich glaube und hoffe, dass ein 4-4-2 vielleicht einen kleinen Durchbruch bedeuten könnte. Mehr Power vorne und trotzdem defensive Stabilität. Es wir ein schweres Spiel gegen Aue. Kein Fußball-Leckerbissen. Das muss jedem klar sein. Und hoffentlich kommt zu der kämpferischen Komponente gegen Magdeburg, noch eine spielerisch-gute dazu, ja dann könnte es gegen Aue mit dem ersten Saison-Sieg klappen. Ich bin immer noch irgendwie, guter Dinge. Wenn auch noch immer bisschen verwirrt nach diesem Magdeburg-Spiel.

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