Die Coronafälle gefährden den Spielbetrieb

Mit einer dezimierten Mannschaft trat der FC Ingolstadt 04 in Rostock an. 15 Personen befanden sich in Quarantäne bei den Spielern fehlten Fabijan Buntic, Marc Stendera, Maximilian Beister, Denis Linsmayer, Michael Heinloth, Dominic Franke, Filip Bilbija, Merlin Röhl und Rico Preißinger. Malte Metzelder sprach auf der Pressekonferenz vor dem Spiel von Personen „die nicht vollständig geimpft sind.“ Näheres war nicht zu erfahren. Metzelder sagte aber auch: „Ich hoffe, dass ein Impuls kommt, sich das zu überlegen.“ Diese Aussage oder wie der Donaukurier schrieb „ein Impf-Appell light“ lassen da schon mehr Interpretationsspielraum.

Das eine Impfung nicht nur sich selbst schützt, sondern auch seine Mitmenschen ist bekannt. Die aktuelle vierte Welle die durch das Land rollt ist eine Pandemie der Ungeimpften. Jeder kann in sein persönliches Umfeld blicken. Jeder wird ein:e Ungeimpft:e kennen. Also warum sollte das im Fußball nicht anders sein? Wir sind alle eine Gesellschaft.

In meinem Unternehmen galt bereits vor der bundesweit eingeführten 3G-Regel ein strenges Testregime. Auch Geimpfte müssen sich täglich testen. Wer einen Test verweigert, wird unbezahlt nachhause geschickt. Und dieses strenge Testregime hat schon zahlreiche mögliche großflächige Personalausfälle verhindert. Denn durch unser Unternehmen rollen gerade die Inventurwellen. In die Inventur stecken von vielen Mitarbeiter:innen jede Menge Arbeit und Anstrengung. Kraftakt wäre wohl die bessere Beschreibung dafür. Leichtsinn und Corona-Infektionen gefährden den Geschäftsbetrieb.

Die DFL durfte nur dank eines strengen Hygienekonzepts den Spielbetrieb wieder aufnehmen. Doch testen ist das eine. Aber impfen verhindert Infektionen. Die beste Teststrategie bringt nichts, wenn es genügend Personen gibt die sich nicht impfen lassen.

Im Fußball wird der Spielbetrieb gefährdet. Für den FCI kamen die Coronafälle zur Unzeit. Abgeschlagen auf dem letzten Platz vor nun zwei weiteren wichtigen Spielen gegen Hannover 96 und Dynamo Dresden. Das ganze gepaart mit einem hundsmiserablen Punkteschnitt von Trainer André Schubert. Der Trainer von Jackwerths Gnaden wird sich nur über die Winterpause hinaus retten können, wenn das Team mindestens vier Punkte bis zur Winterpause holt. Denn nur Punkte können die aktuell große klaffende Lücke auf den Relegationsplatz und den ersten Nichtabstiegsplatz schließen.

Die genauen Impfstatus der Spieler gehen im Zweifel keinen etwas an. Aber fakt ist, jeder ungeimpfte Spieler erhöht das Risiko für Infektionen und auch für Quarantäne-Maßnahmen. Neben zahlreichen Spielern die fehlen (Langzeitverletzte) und der ohnehin katastrophalen sportlichen Situation, kann das der FCI nicht gebrauchen. Über disziplinarische Maßnahmen (Gehaltskürzungen oder zeitweise Freistellungen) sollte nachgedacht werden.

Ungeimpfte muss das Land und ein Rechtstaat aushalten. Eine Impfpflicht wird nach Ankündigung des designierenden Bundeskanzlers Olaf Scholz im März 2022 kommen. Doch so eine hohe Zahl von Ungeimpften muss unser Land nicht aushalten. Ich als Geimpfter schon gar nicht. Ich habe für Ungeimpfte kein Verständnis, Ausnahme sind natürlich diejenigen die sich krankheitsbedingt nicht impfen können. Und schon gar nicht verstehe ich es, wenn der Ligaerhalt meines Klubs dadurch akut gefährdet wird.

Die passende Antwort im Falle einer Niederlage hatte der Twitter-Acount „Schanzer Live“ ja bereits vor dem Spiel parat. Wenn der FCI verliert, waren es „unfaire Umstände.“ Diese unfairen Umstände haben aber Personen herbeigeführt die sich nicht impfen lassen wollen. Nicht das Schicksal, nicht die DFL und auch nicht Hansa Rostock. Die Verantwortung liegt bei jedem Spieler, bei jede:r Mitarbeiter:in im Klub selbst. Wenn wir gewonnen hätten, hätten wir wohl ein Wunder gefeiert. Klar ist auch, dass dieser Punkt im Rostock mehr als schmeichelhaft war. Hansa hatte ein Dutzend von Chancen. Die Schanzer hatten mit ihrem dezimierten Kader mehr Glück als Verstand.

Der FCI muss nachbessern, der FCI muss überzeugen und zur Not auch disziplinarische Konsequenzen ziehen. Als würde die sportliche Misere nicht schon reichen, gefährdet Corona im Klub nun das Klassenziel.

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