Alle Beiträge von Maximilian

Wo stehen die Schanzer?

Leichte Euphorie keimte auf. Der FCI startete super in die neue Saison. Nach drei Siegen in Folge (1:0 gegen Bayreuth, 1:0 in Osnabrück und 4:0 in Dortmund) folgte ein torloses Remis gegen Saarbrücken, ein 2:2 gegen Essen und nun die 3:2-Niederlage gegen Wehen-Wiesbaden. Als stabil präsentierte sich die Mannschaft von Rüdiger Rehm. Insbesondere kämpferisch schien die Mannschaft schnell die 3. Liga angenommen haben. Exemplarisch stand dafür das Spiel an der Bremer Brücke. Doch jüngst kam es zu einem Strömungsabriss. Fünf Gegentore in zwei Spielen, nur ein Punkt.

Gegen Rot-Weiss Essen holte das Team noch einen 2:0-Rückstand auf. Tobias Bech schnürte einen Doppelpack und tat das auch gegen Wehen-Wiesbaden. Doch gegen die Hessen reichten zwei Bech-Tore nicht. Die Schanzer gaben den Vorsprung noch aus der Hand, gekrönt von einem Slapstick-Tor bei dem Torhüter Marius Funk unglücklich aussieht.
Und nun? Was sollen wir nun über die aktuelle Leistungen denken? Das ist schwierig einzuordnen.

Liefert nicht nur Tore, sondern auch genügend Material für Wortspiele: Tobias Bech.

Mit 11 Punkten hat der FCI zwei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz, vier auf den 2. Platz. Ganz oben hinter 1860 (5 Siege, 1 Remis) stehen die beiden Überraschungsteams SV Elversberg und Freiburg II. Soweit so gut. Kein Grund zur Sorge. Das Feld in der 3. Liga sortiert sich nach und nach.
Vielleicht fehlt dem FCI noch ein Puzzlestück im Kader. Mit Merlin Röhl verlor der FCI einen talentierten und agilen Mittelfeldspieler, der eine Lücke gerissen hat. Pascal Testroet ist die Marke klassischer Stoßstürmer. Doch ein Stoßstürmer benötigt auch Futter aus dem Mittelfeld. Auf der Außenbahn läuft aktuell Patrick Schmidt auf, der ebenfalls eher ein Stoßstürmer, als ein Außenstürmer ist. Im zentralen Mittelfeld befindet sich gerade kein aktiver Gestalter. Hans Sarpei, Yalen Hawkins und Tobias Schröck können diese Rolle nicht erfüllen.

Von der Bank hat Rüdiger Rehm auch wenig Power zu Verfügung. Justin Butler bewies bisher noch nicht nachhaltig, dass er einen Platz in der Startelf verdient hat. Valmir Sulejmani fristet aktuell ein Joker-Dasein und bekam von Rehm noch nicht das Vertrauen geschenkt.
Offensiv sorgt einzig Tobias Beck nur für Furore, vier Tore in zwei Spielen sprechen eine klare Sprache. Moussa Doumbouya ist bemüht, doch vor dem Tor fehlte ihm bisher oftmals das nötige Glück. Bilanz: 4 Spiele, 0 Tore.

Der Königstransfer Maximilian Dittgen (FC St. Pauli) fehlt nach wie vor verletzt. Ebenfalls fällt noch David Kopacz (Würzburger Kickers) aus. Beide wären wohl wichtige Puzzle-Stücke im Mittelfeld der Schanzer.
In Summe ist das was der FCI bisher auf den Platz brachte gut. Der Saisonstart glückte. Jetzt kam die erste Delle, auf die Rüdiger Rehm Antworten finden muss.
Am Samstag gastieren die Schanzer im Dreisamstadion bei Freiburg II, eine Woche später empfängt der FCI, Waldhof Mannheim zuhause.
Das Maximilian Dittgen endlich zum Einsatz kommen kann, wäre sehr wichtig für das Spiel der Schanzer, allerdings dürfen auch hier auch keine Wundertaten sofort erwartet werden. Bis 01. September um 18:00 Uhr haben Malte Metzelder und Dietmar Beiersdorfer noch die Möglichkeit am Kader nachzubessern. Der eine oder andere Spieler wäre durchaus nötig um den FCI nochmal breiter und auch qualitativ besser aufzustellen.

Bild: Roland Geier

Pokal-Knaller im Sportpark!

Die Schanzerinnen haben das Traumlos FC Bayern München gezogen, nun steigt das DFB-Pokal-Spiel im Sportpark.

Am Montag, den 12. September um 18:30 Uhr steigt der Pokalknaller im Sportpark. Das Spiel wird ebenfalls von Sky live übertragen.

Die Tickets sind ab 31.08 im FCI-Fanshop erhältlich. Ebenfalls könnt ihr Tickets beim Heimspiel der Männer gegen Waldhof Mannheim (10.09.) erwerben.

Seid mit dabei und unterstüzt unsere Schanzerinnen.

Bild: Roli Schäfer

DFB-Pokal: Schanzerinnen ziehen Traumlos

Nachdem die Schanzerinnen sich im Elfmeterschießen gegen Wacker München (0:0 n. V. / 5:4 i. E.) durchsetzen konnten, winkt nun ein Traumlos in der 2. Runde.

Die FCI-Frauen treten (10. – 12.09) zuhause gegen den Deutschen Vize-Meister FC Bayern an. Spielort und der genaue Termin stehen noch aus. Normalerweise tragen die Frauen ihre Spiele im MTV-Stadion aus.

Beim FC Bayern sind unter anderem die Nationalspielerinnen Sydney Lohmann, Giulia Gwinn, Lina Magull, Lea Schüller und Klara Bühl im Kader unter Vertrag.

Beide Teams trafen bisher in Pflichtspielen noch nie aufeinander.

Weitere Infos folgen…

Bild: Roli Schäfer

Peking, Katar – da müssen wir jetzt durch

Die European Championships in München begeistern gerade alle. Die Münchnerinnen und Münchner, das Publikum am Fernseher, die Politikerinnen und Politiker und natürlich um die es hauptsächlich geht: die Sportlerinnen und Sportler.

München zeigt der Welt eins ums andere Mal, wie Olympia-Sportstätten nachhaltig betrieben werden können. Der Olympiapark gehörte und gehört zur Stadt, wie die Frauenkirche. Und der Olympiapark aus München hat auch was tragisches an sich. Seit 1972 fanden keine Olympischen Spiele mehr in Deutschland statt. Etliche Bewerbungen scheiterten, viele schon, bevor überhaupt final vom IOC entschieden wurde. Die Bevölkerung stellte sich meistens erfolgreich auf die Hinterfüße. Und das vollkommen zu Recht.

Denn das IOC hat ähnlich wie die FIFA die Realität aus den Augen verloren. Es soll ein Hochglanzprodukt geliefert werden, alles andere drumherum ist herzlich egal. Eingesperrte Uiguren in China sind den Funktionären genauso egal wie die fehlende Meinungs- und Pressefreiheit. Die IOC-Hosenanzug-Träger glauben immer noch, das Sport ein Land demokratischer machen kann. Die Fußball-WM 1978 in Argentinien, sorgte jedenfalls nicht dafür, dass die Militär-Diktatur sich dachte: ey cool die WM hat uns überzeugt, wir regieren jetzt Argentinien demokratisch.

Verrat am Fußball, das schrieb Catenaccio07 ganz richtig, hat die FIFA mit ihrer Vergabe an Katar betrieben. Es gab schon viele kontroverse WM-Vergaben (Brasilien 2014 und Russland 2018 und viele mehr). Aber Katar war der Gipfel der unbändigen Geldgier. Abgesehen davon, was zur Hölle soll eine Fußball-WM in Katar?!

Bei der bockstarken Reportage von Felix Neureuther für die ARD (Januar 2022) über Olympia, sagte ein IOC-Funktionär: „Felix, warum nicht großzügig sein? Die Spiele gehören nicht nur denen, die sie schon mal ausgerichtet haben.“ Das ist korrekt. Aber ist immer noch ein Unterschied ob ich die Spiele nach China oder England vergebe, oder die WM nach Australien oder Katar.

Das Länder aber sehr wohl Widerstand leisten, sieht man deutlich bei den Olympia-Vergaben 2024 und 2028. Paris und Los Angeles einigten sich gegenseitig, wer wann an der Reihe ist. Mehr Bewerber gab es schlichtweg nicht. Jetzt hat das IOC den Modus geändert und spricht sozusagen direkt mit möglichen Städten. Das macht das Bewerbungsverfahren nicht zwingend transparenter. Rhein/Ruhr wollte mit einem „Cluster-Konzept“ sich bewerben, am Ende bekam Brisbane den Zuschlag. Nur wusste in der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen wohl keiner Bescheid. Blöd gelaufen.

Die Fußball-WM oder Olympia können ein Konjunkturprogramm sein. In welchen Betonschüsseln würden wohl unsere Bundes- und Zweitligisten noch kegeln, hätte 2000 die FIFA Deutschland nicht den Zuschlag gegeben? Olympia wertete in London ein ganzes Wohnviertel extrem auf, außerdem wurden die Wohnungen des Olympisches Dorf verkauft. Das Stadion wird heute von West Ham United genutzt. Etliche Sportstätten wurden zeitlich begrenzt aufgebaut. Ähnlich wie jetzt am Königsplatz in München oder wie es in Paris 2024 bei den Sommerspielen geplant ist.

Olympia in Peking haben wir überstanden, jetzt müssen wir noch die WM in Katar vorüberziehen lassen. Der Ausblick ist positiver. Olympia 2024 in Paris, Fußball-EM in Deutschland, WM 2026 in Mexiko, den USA und Kanada, Winterspiele 2026 in Mailand / Cortina.

Vielleicht, erleben wir wieder öfters Turniere und Olympische Spiele in demokratischen, entwicklungsfähigen und sportbegeisterten Ländern. Dafür müssen sich die FIFA und das IOC noch weiter bewegen und sich verändern.

Wie es gehen kann haben schon diverse Sportveranstaltungen gezeigt. Aber die Liste von Veranstaltungen die Länder finanziell ruinierten ist ebenso lang.

Biss, reinhauen, kämpfen – ist das der neue Schanzer-Fußball?

Lange war hier Sendepause. Nachdem zweiten Teil des Saisonrückblicks fehlte mir ehrlicherweise gesagt die Lust und die Kraft, um Teil drei zu schreiben. Die letzte Saison wirkt immer noch nach. Zu viel ist kaputt gegangen, zu viel schiefgelaufen. Ich schaue mir diese Saison in aller Ruhe an.

Freude keimt auf, denn der FCI hat gegen Osnabrück Fußball gezeigt, den ich mir vorstelle. So stelle ich mir unsere Schanzer unter anderem vor. Sie kämpfen, sie verteidigen gemeinsam, sie versuchen die Bälle flach zu spielen, sie hauen alles rein. Das 1:0 an der Bremer Brücke, im Übrigen der erste Sieg dort in vier Spielen, war ein Arbeitssieg. Genauso eine Sorte Sieg die zu brauchst du, um am Ende der Saison ganz oben zu stehen. Mit offensiven Powerfußball allein steigt man nicht auf. Genauso wenig mit Langholz-Grusel-Fußball den wir drei Jahre lang gesehen haben.

Drei Siege zum Start, das ist ein historisch guter Start. Normal sind die Schanzer zu Saisonbeginn meistens eher schlecht. Doch dieses Mal kommt das Team gut aus den Startlöchern. Gegen Bayreuth gab es einen wackeligen Auftaktsieg, gegen Dortmund II biss man sich regelrecht ins Spiel und machte es dann äußert souverän und gegen Osnabrück zeigte man schnöden Drittliga-Fußball. Es werden genau diese Tugenden sein, die am Ende darüber entscheiden, ob der FCI über dem ersten Strich landet oder darunter. Denn so viel ist klar, auch wenn jeder das klare Ziel Aufstieg nicht wirklich ausruft, ist das Ziel angesichts der verpflichteten Spieler eindeutig klar.

Der FCI macht aktuell Freude wie lange nicht mehr. Langsam keimt wieder die Euphorie. Langsam, aber stetig könnte daraus ein Feuer werden. Aber gut Ding will Weile haben.

In Zukunft soll es hier wieder unregelmäßiger was zu Lesen geben. Danke für eure Geduld und eure Treue.