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Gästeblock-Interview #FCIKSC: „Philipp Hofmann ist eine Waffe.“

Neues Heimspiel, neues Gästeblock-Interview. Vor dem Spiel gegen den KSC beantwortete Niklas meine Fragen.

Ich bin Niklas, 31 Jahre jung, habe 2019 den KSC Fan-Podcast „die Wildpark-Bruddler“ gegründet und betreiben diesen zusammen mit Boris. Wir haben das Glück immer wieder spannende Gäste rund um den KSC in unserem Podcast begrüßen zu dürfen!

Servus, am Sonntag spielt euer KSC gegen den FCI. Wie zufrieden seid ihr mit der Saison eures Teams bisher? Ihr seid in der Lage „Große“ zu ärgern (1:1 gegen den HSV, 2:1 gegen Schalke), spielt dann aber gegen Kellerkinder auch mal Remis (2:2 gegen Kiel, 0:0 gegen Sandhausen). Wie steht der KSC aktuell da?

Ich bin aktuell recht zufrieden, das Primärziel ist Klassenerhalt. Wenn man betrachtet, woher wir kommen, geht es erstmal darum besser als Platz 15 zu sein. Dass wir große Vereine ärgern können, zeigt, wie eng diese Liga ist und vor allem was für eine geile Truppe wir haben. Unser Cheftrainer Christian Eichner schafft es mit Zlatan Bajramovic zusammen immer wieder alles aus der Mannschaft rauszuholen. Wenn wir alles geben, können wir jeden in der Liga schlagen. Das zeichnet uns aus. Das stimmt mich positiv. Auch gegen Ingolstadt müssen wir alles abrufen, um da zu gewinnen. Das ist Eiche und den Spielern aber bewusst. Daher freue ich mich auf Sonntag!

Vergangene Saison belegte der KSC einen guten 6. Platz. Doch immer wieder stieg in der KSC in den letzten zehn Jahren auch wieder in die 3. Liga ab. Wo soll die Reise des KSC mittelfristig hingehen?

Erstmal müssen wir uns in der 2. Liga etablieren und die Corona-Zeit unbeschadet überstehen. Wenn dann im Sommer 2022 das neue Stadion fertig ist, es wieder voll ausgelastet werden darf und die aktive Fanszene wieder ins Stadion kommt und supportet, dann ist vieles möglich. Auf diesen Moment fiebern wir hin. Dann will ich ungern in der Haut der jeweiligen Gäste stecken. Und dann schauen wir mal wohin die Reise geht.

Philipp Hofmann ist mit 7 Toren ist euer Toptorjäger. Dahinter wird es recht dünn. Haben wir also eine Chance, wenn wir Hofmann abgeschaltet bekommen?

Philipp Hofmann ist eine Waffe. Ihn vollkommen abzuschalten ist schwer bis unmöglich. Er braucht meist auch nur eine gute Gelegenheit, um zu netzen. Doch nicht nur seine Torgefahr zeichnet ihn aus. Er wirft sich in jeden Zweikampf und schafft Räume für seine Mitspieler. Mit Fabian Schleusener hat er einen genialen Sturmpartner, der immer besser reinfindet. In den vergangenen drei Heimspielen (vor dem Spiel gegen den HSV) hat Schleusener getroffen. Wir hoffen, dass Eiche beide von Beginn an bringt und wir mit zwei Stürmern spielen. Dann wird es sicher unterhaltsam.

Der FCI steht mit dem Rücken zur Wand und ist seit acht Spielen sieglos. Was für ein Spiel erwartet ihr am Sonntag?

Wir werden nicht den Fehler machen und Ingolstadt unterschätzen oder das Spiel gar auf die leichte Schulter nehmen. Ingolstadt muss gewinnen. Ich denke nicht, dass die sich hinten reinstellen und uns erstmal die Kugel geben. Aber genau solche Gegner liegen uns. Wir sind gespannt.

Hand aufs blau-weiße KSC-Herz. Euer Tipp für Sonntag?

Wir werden das Spiel knapp mit 2:1 gewinnen und Hofmann wird mindestens einen Treffer dazu beisteuern.

Zahlen und Fakten zum Karlsruher SC

Der KSC steht aktuell auf Platz 10 der Tabelle. Nach 13 Spielen hat die Mannschaft 17 Punkte gesammelt. Auswärts davon 6 Punkte (9:9 Tore)

Der Toptorjäger des KSC ist Ex-Schanzer Philipp Hofmann mit 7 Toren. Hofmann stand in der Saison 2013/2014 in Diensten der Schanzer und erzielte in 33 Spielen, neun Tore. In 189 Zweitliga-Spiele traf er 60-mal.

Die Geschichte des KSC ist von Auf und Abs gekennzeichnet. Durch die Fusion der Vereine Karlsruher FC Phönix und des VfB Mühlberg entstand der heutige Karlsruher Sport-Club Mühlburg-Phönix, kurz Karlsruher SC.

Als Karlsruher FC Phönix wurde man 1909 Deutscher-Meister. Der KSC gewann dreimal die Deutsche Zweitligameisterschaft (1975, 1984, 2007).  Zweimal gewann der KSC den DFB-Pokal (1955, 1956) und stand zwei weitere Mal im Endspiel (1960, 1996).

Zu einem der größten Erfolge gehört die Teilnahme am UEFA-Pokal-Halbfinale (1993/1994), die Geburtsstunde des Wunders vom Wildpark. Der KSC gewannen in der 2. Runde des UEFA-Pokals, nach einer 1:3-Niederlage im Hinspiel, zuhause den FC Valencia mit 7:0.

Nach einem Absturz zur Jahrtausendwende bis in die Regionalliga, knüpfte der KSC an seine alte Glanzzeit wieder an. 2007/2008 erreichte der KSC als Aufsteiger den 11. Platz. In der Folgesaison stiegen die Badener als Tabellenvorletzter wieder in die 2. Bundesliga ab.

Zwischen 2009 – 2017 und spielte der KSC einmal in der 3. Liga, zwischen 2017 und heute, durchlebte der KSC zwei Drittliga-Spielzeiten. In der Relegation scheiterte der KSC gegen den HSV, jeder kennt die Szenen vom Diaz-Freistoß.

Die vergangene Spielzeit beendete der Karlsruher SC auf Platz 6.

#FCIKSV Gästeblock-Interview: „Wir sind aber weiter optimistisch das die Mannschaft noch zusammen findet…“

Vor dem Heimspiel gegen Holstein Kiel wartet hier das nächste Gästeblock-Interview auf euch:

Moin Moin, wir sind Pike und Marc von 1912FM – CCK’s Holstein Kiel Podcast. Seit wir Podcasten geht es für Holstein fast nur Bergauf 😉 (Sommer 2016)Hören kann man uns bei allen bekannten Podcastapps (inkl. Itunes und Spotify) und natürlich auf unserer Website www.1912fm.de

Holstein Kiel ist wohl die Überraschung der letzten Jahre. Nach jahrelanger Abstinenz in der 2. Liga, landeten die Störche seit 2017/2018 auf Plätzen 3, 6, 11, 3. Vergangene Saison erreichte Kiel das DFB-Pokal-Halbfinale. Ärgert dich die Niederlage in der Relegation gegen Köln immer noch?

Nein, klar was es ärgerlich aber das ist lange abgehakt. Da waren die Niederlagen gegen Darmstadt oder den KSC am Ende der Saison schmerzhafter. Ein Relegationssieg gegen Köln war allgemein nicht sehr wahrscheinlich.

Trotz prominenter Neuzugänge wie Steven Skryzbski, Lewis Holbty und Jan-Fiete Arp ist bei euch ordentlich Sand im Getriebe. Ihr steht aktuell auf Platz 15. Woran liegt es das Kiel nicht richtig in den Tritt kommt?

Das wissen wir leider nicht, alle sind etwas Ratlos. Letzte Saison noch beste Defensive sind wir diese Saison eine Schießbude, trotz gleicher Spieler. Vorne erspielen wir uns oft gute Chancen ohne diese zu Nutzen. Die Qualität von Lee und Meffert fehlt uns extrem. Wir sind aber weiter optimistisch das die Mannschaft noch zusammen findet, die Spieler haben ja fast alle schon gezeigt das sie es eigentlich können.

Marcel Rapp wird gegen die Schanzer zum ersten Mal an der Außenlinie stehen, für André Schubert ist es das zweite Spiel als neuer FCI-Coach. Wird das Spiel das Spiel der großen Unbekannten? Beide Teams werden wahrscheinlich mit einer neuer Spiel-Idee daherkommen.

Sicherlich wird es bei Holstein ein paar Änderungen geben, wir glauben aber nicht das sich die grundsätzliche Spiel-idee ändert. Holstein steht inzwischen für attraktiven Offensivfußball, nur diese Saison konnte man das noch nicht in jedem Spiel sehen.

Sehr Positiv. Wahl ist ja als Stammspieler gegangen damals und hat sich nicht nur nahtlos wieder eingefügt, sondern sofort eine Führungsrolle in der Abwehr und im gesamten Team übernommen. Neumann wird aktuell wieder von Spiel zu Spiel besser. Defensiv nicht immer auf der Höhe aber grade im offensiven Bereich sehr stark. Auch wenn die Leistungen Zeitweise schwanken entwickelt er sich langfristig immer weiter.

In der 2. Liga konnte der FCI gegen Kiel bisher noch nie gewinnen (3 Remis, 1 Sieg Kiel). Bleibt das so?

Das hoffen wir, es wäre wichtig für den Start von Rapp und der allgemeinen Situation/Stimmung.

Daten zu Holstein Kiel und zum Spiel

Viermal trafen der FCI und die Störche bisher in der 2. Liga aufeinander. Gewinnen konnte der FCI nie. Es stehen drei Remis und eine Niederlage zu Buche. In der Saison 2017/2018 fügte der KSV dem FCI sogar eine der höchsten Heim-Niederlagen aller Zeiten zu (5:1). Seit 2017/2018 gehört Kiel der 2. Liga an. Dabei hatte Kiel immer wenig mit dem Abstieg zu tun. Die Platzierungen seit dem Aufstieg: 3. Platz, 6. Platz, 11. Platz und 3. Platz. Vergangene Saison scheiterte Kiel im DFB-Halbfinale an Borussia Dortmund und schaltete in der 2. Hauptrunde den FC Bayern München aus. Holstein Kiel wurde 1912 Deutscher Meister und gewann 1961 die Deutsche Amateurmeisterschaft. In der noch jungen Saison steht für den FCI also das erste Kellerduell an. Das Schlusslicht FCI (4 Punkte, 6:23 Tore) trifft auf den Tabellen-15. Kiel (8 Punkte, 9:19 Tore).

Gästeblock: #FCIF95 „Leider ist schon jetzt der Druck von außen sehr stark zu spüren“

Samstag um (13:30 Uhr) trifft der FCI auf Fortuna Düsseldorf. Ein Gegner gegen den wir uns zuhause immer leichter taten als auswärts. Nach dem 3:0 gegen Werder Bremen und dem 4:1 gegen St. Pauli steht das Team unter Druck. Vor dem Spiel habe ich im Gästeblock mit Julian Rieck über Fortuna und das Spiel gesprochen.

Der Gesprächspartner:
Julian Rieck, Alter 37, Twitter: @JuMoRi95, Autor der Fußballfibel Fortuna Düsseldorf erschienen 2020 im Culturcon Medien Verlag Berlin, Beiträge für die 125 Jahrs Chronik Fortuna Düsseldorf 2020

Servus Julian, nach der vergangenen Saison belegte die Fortuna als Bundesliga-Absteiger Platz fünf. Auf den Relegationsplatz fehlten sechs Punkte. Mit welchen Ambitionen ist Fortuna in diese Saison nun gegangen?
Nach Abstiegen von Schalke und Werder hat niemand wie noch im vergangenen Jahr das Ziel Aufstieg ausgerufen. Sich nicht selbst unter Druck zu setzen, damit sind die Verantwortlichen auch ganz gut beraten. Es soll eine ruhige Übergangsaison werden in der das neue Konzept des Trainers erlernt und umgesetzt werden soll.

Mit Ausnahme der Wechsel von Kevin Danso (FC Augsburg) und Brandon Borello (Dynamo Dresden) konntet ihr euren Kader gut zusammenhalten. Mit Christian Preußer steht ein neuer Trainer an der Seitenlinie. Was unterscheidet euren neuen Coach von seinem Vorgänger Uwe Rösler?
Neben den den genannten sind noch Luca Krajnc, Kenan Karaman und der Ex-Schanzer Alfredo Morales gegangen. Alle drei würde ich sportlich schon als Verlust sehen.
Der neue Trainer ist jung, unbekannt, hat zwei Aufstiege mit Freiburg II hingelegt und hat dort bewiesen, dass er junge Spieler entwickeln kann. Daher wird ihm hoffentlich die nötige Zeit gegeben, um seine neue Spielidee zu vermitteln. Mittel- bis langfristige Planung wie zuletzt in Nürnberg oder auch Regensburg sollten Vorbild sein.

Euer Saisonstart war mit zwei Siegen, zwei Remis und drei Niederlagen (Platz 13, 8 Punkte) bisher durchwachsen. Warum kommt die Fortuna nicht richtig in den Tritt?
Aus meiner Sicht waren vor allem in den ersten Spielen die Ergebnisse schlechter als die Leistung. Unnötige Niederlagen gegen Nürnberg und Bremen. Auch gegen Schalke war mehr drin. Leider ist schon jetzt der Druck von außen sehr stark zu spüren, weshalb Preußen schon gegen Jahn eine defensivere Variante gewählt hat. Meine Hoffnung ist, dass F95 am Wochenende zur offensiven und attraktiven Spielweise der erste Partien zurückkehrt.

Rouwen Hennings ist mit vier Toren aus sieben Spielen aktuell euer Top-Torjäger. Auf welche Spieler müssen unsere Spieler noch ein Auge haben?
Über außen ist das Kristoffer Peterson mit seinen Dribblings und seinem Zug zum Tor. Der wohl spannendste Spieler bei Fortuna ist Shinta Appelkamp, U21-Nationalspieler und im Sommer Europameister, wenn auch ohne Einsatz. In dieser Saison kommt er noch nicht so recht in Tritt, was wohl an der hohen Belastung der Vorsaison ohne die nötige Ruhepause im Sommer liegt. Aber wenn er körperlich auf der Höhe ist, dann ist er der Unterschiedsspieler.

Fortuna steht oftmals für Schmerz. Aber eher auswärts. Zuhause schlug sich der FCI gegen Fortuna oft gar nicht mal so schlecht. Bilder: Roland Geier

Der FCI ist bisher die Schießbude der Liga (18 Gegentore in 7 Spielen). Gegen das Tabellenschlusslicht Aue gewann Düsseldorf „nur“ mit 1:0. Welche Fortuna und welches Spiel dürfen wir am Samstag im Sportpark erwarten?
Wie bereits erwähnt, hoffe ich, dass die Fortuna wieder mehr Wert aufs Spielerische legt. Aber traditionell liegt es uns ein tierstehender Gegner nicht, wenn wir das Spiel machen müssen. Und in Ingolstadt haben wir schon die ein oder andere schmerzvolle Niederlage hinnehmen müssen. Ich erinnere mich da an ein Gegentor tief in der Nachspielzeit als Ingolstadt am Ende in die Bundesliga aufstieg.

Hand aufs rot-weiße Herz. Dein Tipp für Samstag?
Ich halte es mit Paul Gascoigne: Ich mache keine Vorhersagungen und werde das auch niemals tun!

Daten zu Fortuna Düsseldorf und zum Spiel
Fortuna Düsseldorf gewann einmal die Deutsche Meisterschaft und gewann zweimal 1979 und 1980 den DFB-Pokal. 1979 stand Düsseldorf im Finale des Europapokals der Pokalsieger und verlor mit 4:3 nach Verlängerung gegen den FC Barcelona.
2012/2013 spielte Düsseldorf in der 1. Bundesliga und stieg in der gleichen Saison wieder ab. 2018/2019 und 2019/2020 war Düsseldorf wieder erstklassig. Mit insgesamt 25 Erstliga-Spielzeiten liegt Fortuna auf Platz 18 der ewigen Tabelle der 2. Bundesliga.

Bilanz
Zehnmal trafen Düsseldorf und Ingolstadt bisher aufeinander, stets in der 2. Bundesliga. Dreimal gewann der FCI, drei Partien endeten mit einer Punkteteilung und viermal gewann Düsseldorf. Zuhause liegt dem FCI die Fortuna deutlich besser als auswärts. Zuhause verlor der FCI nur eine Partie (1:2), ansonsten standen folgende Ergebnisse zu Buche: 3:0, 1:1, 3:2, 1:0. Die letzte Partie zuhause im November 2017 gewann der FCI mit 1:0. Sieg-Torschütze war: Alfredo Morales.
Im DFB-Pokal verlor der FCI vergangene Saison sein Ersthauptrunden-Spiel zuhause mit 1:0 gegen F95.

Trikottausch
Folgende Spieler trugen schon das FCI- und das Düsseldorf-Trikot: Alfredo Morales, Markus Suttner, Thomas Pledl (aktuell), Tobias Levels, Charlison Benschop.

Bilder: Roland Geier

#FCISVW – Gästeblock-Interview: „Die Spieler müssen richtig Bock haben.“

Ein herzliches Moin meinerseits. Ich bin Nadine, 30 Jahre alt und seit ich denken kann, Werder Bremen Fan. Geboren in Bremen, aufgewachsen in Bayern. Ich hatte wahrlich keine einfache Schulzeit. Aber was soll ich sagen: ICH LIEBE DEN FUSSBALL und mein Herz schlägt Grün-Weiß. Das wird es ein Leben lang.  

Um den vielen Leuten zu zeigen, was es heißt, Werder Fan zu sein, im Gästeblock oder in der Ostkurve zu stehen, habe ich vor ca. 3,5 Jahren angefangen, meine Geschichten über Auswärtsfahrten aufzuschreiben. Diese – und meine Gedanken zu Fußball und Philosophie – kann man dann auf aufeinspiel.com lesen.    

Nach zwei chaotischen Jahren ist Werder Bremen nun nach langer Zeit wieder zweitklassig. Jetzt sind fünf Spiele gespielt und Werder steht auf Platz 7 mit 8 Punkten. Wie war wie ist die Stimmung gerade im Fanlager? 

Das ist wirklich schwer zu sagen. Klar, über das 3:0 gegen Rostock haben wir uns alle gefreut, es war aber auch eine lange Durststrecke. Der Heimsieg hat sehr lange auf sich warten lassen und nach der Pleite gegen Paderborn war uns spätestens klar, das wird kein Spaziergang durch die 2. Bundesliga. 

Dann kam dazu, dass viele Spieler den Verein verlassen haben und Frank Baumann es wieder spannend machte. Und Frank Baumann, das ist dann auch nochmal ein separates Thema, das viel Unmut mit sich brachte. Ich hoffe dennoch, dass die Stimmung jetzt bergauf geht – und bleibt, weil wir einer Mannschaft zusehen können, die wie der Phoenix aus der Asche steigt. Wenn vielleicht auch nicht sofort. 

Als 2017 der FCI das letzte Mal auf Bremen traf, schrammte Werder knapp am Europapokal vorbei. Vorletztes Jahr rettete man sich in der Relegation und stieg schließlich vergangene Saison ab. Ich möchte ja nicht in der Wunde herumstochern. Aber erkläre doch, für jemanden der Werder die letzten Jahre nicht so aufmerksam verfolgt hat, was denn schief gegangen ist. 

Da müssen wir einige Jahre zurückspulen. Es wurde, meiner Meinung nach, an zu wenig guten Spielern festgehalten. Mesut Özil, Diego, Kevin De Bruyne – alle hatten sie Ihre Durchreise über die Weser. Danach folgten ein paar Chaos-Käufe und oftmals schon das Pokal-Aus nach der 1. Runde. Ich möchte aber nicht alles auf die finanziellen Mittel schieben. Auch wir hatten viele Trainerwechsel und viel Unruhe im Kader. An einem Max Kruse hätte ich gerne noch weitere Jahre festgehalten, aber wir als Fans wissen oft nicht, was sich im Hintergrund abspielt. Nach Micoud und Diego und schließlich auch nach Max Kruse hat uns ein „wahrer 10er“ gefehlt, der den Ton angibt. 

Mit dem Geld „haushalten“, das konnten über die Jahre Vereine wie z. B. Freiburg besser als wir. Die ganzen Verletzungen darf man allerdings auch nicht unerwähnt lassen. Man konnte kaum von Woche zu Woche mit ein und demselben Kader planen. Auch hier ist die Unruhe ein großes Thema gewesen. Letztendlich kann man Werder die vergangenen Jahre mit einem schicken Oldtimer vergleichen. Es ging zwar immer ein Teil kaputt, aber danach konnten wir noch kilometerweit fahren. Bis letztes Jahr dann der Motorschaden dazukam. Alles in Summe ergibt die Lage, in der der SVW sich befindet. Wenn du dann keine Ideen und kein Geld mehr hast, muss man sich neu erfinden bzw. sich neu orientieren. In dieser Phase befindet sich Werder jetzt.

Viele Spieler haben Bremen verlassen z. B. Nikas Mosiander, Davie Selke, Milot Rashica, Johannes und Maximilian Eggestein, Kevin Möhwald, Josh Sargent um nur einige zu nennen. Ähnlich wieder FCI habt ihr recht spät noch auf dem Transfermarkt zugeschlagen und u. a. Marvin Duksch und Michtell Weiser verpflichtet. Damit habt ihr jetzt durchaus einen schlagfertigen Kader. Ist das ein Aufsteiger-Kader? 

Nein. Und das ist gar nicht pessimistisch, sondern viel mehr realistisch gemeint. Wir haben jetzt einen ordentlichen Dämpfer bekommen und müssen uns jetzt nach der K.o.-Runde aus der 1. Liga, neu orientieren. Dass das nicht von heute auf morgen geht, muss jedem klar sein. Gut Ding will Weile haben. Viele Spieler sind, wie du schon geschrieben hast, gegangen und da müssen die frei gewordenen Positionen erstmal neu besetzt werden. Jeder muss in seine neue Rolle finden und diese dann zu 100% mit Power und Herzblut ausfüllen. 

Dann will ich wieder den Werder-Fußball sehen, den ich kenne und auch im letzten Spiel gegen Rostock habe aufblitzen sehen. Die Spieler müssen richtig Bock haben – und wenn das alles dauerhaft passiert, werden wir es auch wieder schaffen, aufzusteigen und in der 1. Liga mitmischen. Das dauert so lange es dauert, aber ich lasse mich gerne positiv überraschen . 

Die Schanzer konnten nach der 6:1-Pleite in Darmstadt, gegen Nürnberg (0:0) und Sandhausen (2:0) endlich punkten. Welche Partie erwartest du am Samstag? Spaziergang oder eine harte Nummer?

Werder ist in guter Form. Wenn Sie die gleiche Leistung wie gegen Hansa Rostock abrufen können, denke ich, fahren wir die nächsten 3 wichtigen Punkte ein. Ich weiß aber auch aus vergangenen Spielen, dass Ingolstadt sehr unangenehm werden kann. Vielleicht sehen wir eine ähnlich nervenaufreibende Partie wie im April 2017. Hier war ich vor Ort und habe mal wieder am eigenen Leib erfahren, was Fußball emotional auslösen kann.

Hand auf die Raute? Dein Tipp für das Spiel? 

2:1 für die Grün-Weißen natürlich. 

 

Daten zum Gegner und zum Spiel

The trend is your friend. Sowohl der FCI, als auch Werder gehen mit einem Remis und einem Sieg aus den letzten beiden Spielen ins Spiel am Sonntag.

Der FCI steht nach fünf Partien mit 4 Punkten auf Platz 16. Werder reiht sich mit 8 Punkten auf Platz 7 ab. Die Aufstiegsplätze hat Werder aber fest im Blick. 

Werder gehört zu den Schwergewichten des deutschen Fußballs. Bremen gewann viermal die Deutsche Meisterschaft (zuletzt 2004) und sechsmal den DFB-Pokal. 1992 gewann Werder den Europapokal der Pokalsieger und stand 2009 als letzte deutsche Mannschaft im Finale des UEFA-Cups (jetzt Europa League). 

Werder Bremen führt die ewige Tabelle der 1. Bundesliga an. 

  

Gästeblock #FCIFCN: „Heißsporn Kutschke wird vermutlich auch wieder im Aggromodus sein.“

Frank und der Club. Frank und ich. Beim DFB-Pokal-Erstrunden-Spiel 2019 haben wir uns persönlich kennengelernt und hatten seitdem immer wieder Kontakt. Nach zwei Jahren Liga-Abstinenz stellt sich Frank wieder meinen Fragen für das zweite Gästeblock-Interview in dieser Saison.

Zwischen mir und dem Club gibt es auch eine engere Beziehung. Mein erstes Fußball-Spiel, das ich live im Stadion sah, war die Bundesliga-Partie 1. FC Nürnberg – Bayer 04 Leverkusen und mein Großvater ist glühender Club-Fan.

Frank Ordosch ist seit über 35 Jahren Fan des 1. FC Nürnberg und betreibt den Blog „Clubgeflüster“ (clubgefluester.wordpress.com, Twitter: @clubgefluester). 

Hallo Frank, vier Spiele, zwei Siege, zwei Remis. Ihr seid schon mal schlechter in eine neue Saison gestartet? Wie zufrieden bist du mit eurem Saisonstart?

Schon ziemlich zufrieden. Im DFB-Pokal weitergekommen mit einem engen 1:0-Arbeitssieg bei den Ulmer Spatzen. Wichtig war der Einzug in die zweite Runde, um nötige Zusatzeinnahmen zu erhalten. Nur das hat gezählt. Das Blamieren im Pokal haben wir diesmal nem anderen fränkischen Verein überlassen (grinst). Auch der Auftakt in der Liga mit fünf Punkten war gut. Geärgert hab ich mich eigentlich nur über den späten Ausgleich in Paderborn: Da liegst du in der 1. Halbzeit zurück, drehst nach der Pause das Spiel und führst plötzlich 2:1, hast alles im Griff und vergibst mehrere Großchancen. Kriegst dann aus dem Nichts und ohne Not in der 88. Minute den unverdienten Ausgleich. Das nervt mich dann schon, weil das Team zwei Punkte hat liegenlassen. Genau das ist uns in der letzten Saison leider ständig passiert. Unentschieden nerven meistens und bringen dich nicht weiter.

Die vergangene Saison mit Platz 11 kann nach der Saison, die in der Relegation gegen uns endete, als „Übergangssaison“ bezeichnet werden. Meiner Ansicht nach verfügt ihr über einen breiten und echt guten Kader. Mit welchem Ziel geht der Club in diese Saison?

Offiziell hat Sportvorstand Dieter Hecking Platz 5 bis 8 als nächsten Schritt einer längerfristigen Entwicklung ausgegeben. Das scheint mir realistisch: Es gab zwar einen großen Schnitt mit vielen erwünschten Spielerabgängen, doch bis auf Robin Hack nach Bielefeld haben wir kaum Stammspieler verloren. Der Club hat somit ein eingespieltes Team und es wurde sogar noch punktuell verstärkt, so dass im Kader Qualität erhöht und Konkurrenzkampf angefacht wurde. Das sollte die Schlagkraft der Truppe verbessern. Wenn es gelingt, das Leistungsvermögen konstant abzurufen und vor allem Vorsprünge letztlich auch in Siege umzumünzen, ist sogar noch mehr drin. Aber machen wir uns nix vor – in dieser Saison tummeln sich in der 2. Liga mehr Hochkaräter mit einer Unmenge an Meisterschaften auf dem Briefbogen als jemals zuvor. Da brauchst du schon einen überragenden Lauf, um im Aufstiegskampf eine entscheidende Rolle zu spielen. Aber der Club kennt als Rekordabsteiger diese Liga sehr gut – vielleicht gelingt ein Überraschungscoup. Das Gute ist, dass in dieser Hinsicht der Druck ganz klar bei den anderen Vereinen liegt und wir nicht aufsteigen müssen. Aber wollen täten wir Fans natürlich schon …

Seit Juli 2020 steht Robert Klauß an der Außenlinie. Zuvor hattet ihr einen ähnlich hohen Trainerverschleiß wie die Schanzer. Ich zähle mal auf: (seit Oktober 2013) Wiesinger, Prinzen, Verbeek, Ismael, Weiler, Schwartz, Köllner, Schommers, Canadi, Mintal, Keller und Wiesinger. Kehrt jetzt Konstanz beim Club ein?

Danke für diese beeindruckende Aufzählung. Die hätte ich aus dem Stegreif definitiv nicht hinbekommen Ja, der Club hat in den letzten Jahren viele Trainer gefressen und unverdaut ausgespuckt. Manche sind nie angekommen und konnten ihre Philosophie entfalten. Manche passten einfach von der Mentalität her nicht zum Verein und andere erkannten die finanziellen Grenzen und sind freiwillig weitergezogen. Mit Robert Klauß ist nun seit über einem Jahr ein Nobody beim FCN, der bis auf „Jahrgangsbester beim Trainerlehrgang“ noch keine großen Erfolge vorweisen konnte. Das meine ich gar nicht despektierlich. Denn Klauß hat in diesem einen Jahr bewiesen, dass er eine eigene Fußballphilosophie hat und die Mannschaft trotz seines jungen Alters führen, stabilisieren und entwickeln kann. Wenn ich das letzte Jahrzehnt an Trainer betrachte, ist allein die bisherige Dauer seiner Amtszeit schon mal ein Erfolg. Ich hoffe, dass Klauß noch länger Trainer bleibt, denn Konstanz kann dem chronisch aufgeregten FCN-Umfeld nicht schaden. Hier sehe ich den Club und seine neuaufgestellte Vereinsführung richtig gut unterwegs. Das gefällt mir und ist der richtige Weg. Ja, der Club kann jetzt sogar seriös.

Nach dem Relegationsdrama gegen euch drehte der FCI noch eine Ehrenrunde in der 3. Liga und ist nun mit drei Niederlagen und einem Sieg in die neue Saison gestartet. Wie hast du den Saisonstart des FCI verfolgt und welche Partie erleben wir am Sonntag im Sportpark?

Auch wenn der Saisonstart per se noch nicht aussagekräftig ist, hab ich das natürlich auch bei den Schanzern verfolgt. Gerade das interessante Aufsteigertreffen bei Dynamo am ersten Spieltag mit der deutlichen 0:3 Niederlage hat mich erstaunt. Und letzten Sonntag hab ich mir die Zweitligakonferenz im Internetradio angehört, während ich für den Urlaub die Dachbox aufs Auto montiert und alles eingeladen habe. Da hat es sechsmal in Darmstadt geklingelt und der FCI hat eine ordentliche 1:6 Klatsche eingefahren. Das hätte ich niemals erwartet. Und das gefällt mir nicht wirklich, weil ich nicht davon ausgehe, dass die Schanzer zweimal hintereinander so indisponiert sein werden. Ihr werdet am Sonntag versuchen, die Scharte auszuwetzen, werdet kratzen und beißen. Zudem vermute ich, dass das unglücklichst verlorene Relegationsdrama als Zusatzmotivator herhalten wird. Heißsporn Kutschke wird vermutlich auch wieder im Aggromodus sein. Zusammen mit Fans im Stadion wird das eine geile Kiste!

Dein Tipp für Sonntag?

Es wird ein emotionales Kampfspiel. Der Club muss beherzt dagegenhalten und seine bisher gezeigten Stärken erneut auf den Platz bringen. Behält der FCN kühlen Kopf, ist effizient und kaltschnäuzig, könnte es zu einem 2:1 Auswärtssieg reichen. Genauso wäre allerdings auch der erste Saisonsieg des FCI möglich und wahrlich keine Sensation. Ich lasse mich von dem verkorksten Saisonstart der Schanzer nicht blenden. Am Ostseestrand werde ich Sonntagmittag übers Internetradio verfolgen, wie das Duell 850 Kilometer weiter südlich ausgeht. Und danach gibt’s ein kühles Bier für die erhitzen Gemüter – so oder so.

Daten zum 1. FC Nürnberg und zum Spiel

1.FC Nürnberg, Tabellenplatz 6 (1 Sieg, 2 Remis, 0 Niederlagen) bei 4:2 Toren

FC Ingolstadt 04, Tabellenplatz 17 (0 Siege, 0 Remis, 3 Niederlagen) bei 2:11 Toren

Der Club wurde neunmal Deutscher Meister und war vor dem FC Bayern München der erste Deutsche Rekordmeister. Dem 1. FC Nürnberg gelang einzigartiges. Als Titelverteidiger stieg der Club je einmal als Meister und als DFB-Pokal-Sieger im Folgejahr wieder in die 2. Liga ab. Insgesamt viermal konnte der Club den DFB-Pokal gewinnen, zuletzt 2006/2007.

Als Grusel-Saison bleibt die Bundesliga-Saison 2018/2019 in Erinnerung. Nürnberg stieg mit lediglich 3 Siegen und 10 Remis mit 19 Punkten als Tabellenletzter wieder ab.

In den letzten Saisons belegte der Club folgende Plätze:

Saison 2020/2021                            11. Platz                              2. Bundesliga

Saison 2019/2020                            16. Platz                              2. Bundesliga

Saison 2018/2019                            18. Platz                              1. Bundesliga

Saison 2017/2018                            2. Platz                                2. Bundesliga

Saison 2016 / 2017                          12. Platz                              2. Bundesliga