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Es fehlen die Mittel

2:1 gegen Heidenheim, 2:0 gegen Darmstadt. Der FCI ist mit zwei Niederlagen in die Restrunde der 2. Bundesliga gestartet. Da Aue und Sandhausen ebenfalls nicht vom Fleck bekommen, ist tabellarisch nichts passiert. Doch nach den letzten beiden Auftritten sieht es immer mehr nach einer Abschiedstour der Schanzer aus.

Darmstadt als Tabellenzweiter hätte locker dreimal so viele Tore erzielen können. Die Lilien waren in allen Bereichen klar besser. Dem FCI gelang es nie das Spiel unter Kontrolle zu behalten. Gegen Heidenheim verschliefen die Schanzer die erste Hälfte des Spiels komplett. Hoffnung macht zur Zeit recht wenig. Auch der Blick auf den Spielplan offenbar, dass wird eine schier unglaubliche Mammutaufgabe sich irgendwie noch auf den Relegationsplatz zu hieven. Die nächsten Gegner heißen nämlich: Nürnberg und Bremen.

In keinem Mannschaftsteil ist aktuell eine Veränderung zu erkennen. Defensiv wirkt das Team nach wie wackelig, im Mittelfeld gibt es kaum Kreativität und vorne trabt Kutschke einsam umher. Hoch und weit auf Kutschke, das weiß jeder Zweitligist, kommt immer und wird dem nach konsequent unterbunden. Die Mannschaft wirkt einfach mittellos. Bemüht ist das Team, es wird auch versucht sich in die Zweikämpfe zu werfen. Doch man hat selten in einem Spiel das Gefühl, es läuft jetzt in unsere Richtung. Es fehlen die Mittel einfach auf kompletter Linie.

Ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin schon ziemlich verzweifelt. Vielleicht geht ja irgendwie noch etwas. Aber ich kann mir im Moment nicht vorstellen gegen wen. Schauen wir mal. Wenn wir absteigen, wundert es eh keinen.

Alle Bilder: Roland Geier

Die Schanzer-Schubert-Horror-Serie geht weiter und sie muss enden!

Zahlen lügen bekanntlich nicht. Der FCI ist nach der 3:0-Niederlage gegen den Hamburger SV seit zehn Spielen sieglos. André Schubert wartet nun seit sieben Spielen als FCI-Trainer auf seinen ersten Sieg. Apache und der Abstand bleiben dagegen gleich. Nachdem Hannover 96, der SV Sandhausen und Erzgebirge Aue ihre Spiele verloren, bleibt es bei acht Punkten auf den Relegationsplatz und den ersten Nichtabstiegsplatz.

Neun mickrige erzielte Tore in 15 Spielen stehen zu Buche. 34 Gegentore kassierte der FCI bereits. Nur Sandhausen hat mit 33 Gegentoren eine ähnlich schlechte Abwehr.

Auch gegen den HSV blieb der FCI einiges schuldig. Trotz sieben defensiver Startspieler netzte der HSV dreimal ein. Und wenn man die Torchancen zu Grunde liegt, war das 3:0 ein gnädiges Ergebnis für den FCI. Beim 1:0 verteidigte Nico Antonitsch schlecht, beim 2:0 stimmte die Zuteilung nicht und beim 3:0 klaffte zwischen Passgeber und Torschützen Manuel Wintzheimer eine Riesen Lücke.

Auf dem Feld standen von Beginn übrigens Spieler, die noch keinen einzigen Treffer erzielt haben in dieser Saison. Die kollektive Torungefährlichkeit also. Fatih Kaya und Filip Bilbija, die natürlich keine klassischen Torjäger sind, aber technisch und kämpferisch viel Qualität mitbringen, saßen auf der Bank. Bilbija ist ohnehin unter Schubert zum Bankdrücker degradiert worden. Kaya kam fünf Minuten vor Schluss und traf die Unterkante der Latte.

Ansonsten gab es offensiv außer von Christian Gebauers Schuss aus halbrechter Position wenig zu berichten.

Rätselhaft blieb auch Schuberts Dreifach-Wechsel in der 61. Minute. Für Gaus, Heinloth und Keller kamen mit Linsmayer, Franke und Neuberger drei defensive Akteure. Anstatt offensiv nochmal alles auf eine Karte zu setzen, setzte Schubert auf eine defensive Impulsgebung. Schubert begründete auf der Pressekonferenz seine Entscheidung damit, dass er nochmal mehr Aggressivität ins Spiel bringen wollte. Denn genau jene fehlte in der ersten Halbzeit. Der FCI kam in der Schlussphase nochmal bisschen auf. Doch ich würde das eher weniger auf den Dreifach-Defensiv-Wechsel zurückführen, sondern eher darauf, dass der HSV es sich mit dem 2:0 ein bisschen gemütlich machte. Mit Merlin Röhl wäre ein weiterer technisch starker Offensivspieler zur Verfügung gestanden.

Die Kollegen vom Schanzer Zeitspiel haben in ihrem letzten Stück die Frage schon in den Raum gestellt. Was wollen wir? Geduld und Vertrauen für den nun zweiten Trainer der Saison. Oder gehen wir gleich auf den dritten, damit irgendwie der Klassenerhalt noch gelingt. Der FCI hat einmal lange gezögert und seine Entscheidung mit dem Abstieg aus der 1. Bundesliga bezahlen müssen. Am Ende fehlten trotz herausragender Rückrunde, fünf Punkte zum Relegationsplatz. Mehr war einfach nicht drin. Doch Maik Walpurgis sorgte für einen Ruck in der Mannschaft. Und auch mit 4,5 Trainern: Leitl, Pätzold, Nouri, Keller und Oral gelang der Klassenerhalt in Liga zwei nicht. Leicht ist die Entscheidung keineswegs. Aber am Ende des Tages ist der Fußball halt ein knallharter Ergebnissport.

Doch selten verpuffte ein Trainerwechsel so wie jetzt. Klar klebt das Verletzungspech der Mannschaft an den Füßen. Aber wenn sieben Defensivspieler es nicht hinbekommen, mal ein Spiel ohne Gegentor zu absolvieren, wie soll es dann klappen? Schubert hat den Instrumentenkasten durchprobiert. Doch nichts zündet.

Und große Verbesserungen sind leider auch nicht zu sehen. Offensivstandards, nach wie vor eine Katastrophe. Defensivstandards wurden fokussiert aber trotzdem hat sich nichts verbessert, es klingelte gegen Regensburg, Karlsruhe und den HSV nach Ecken.

Offensiv mehr Power entwickeln: Fehlanzeige.

Der Aufsichtsrat des FCI und der neue Sportgeschäftsführer Dietmar Beiersdorfer müssen nun ihre Schlüsse ziehen. Da die Aufgabe Klassenerhalt ohnehin jetzt zu einem Himmelfahrtskommando geworden ist, darf nicht weiter Zeit verloren werden. Gegen Rostock, Hannover und Dresden geht es jetzt gegen drei Gegner aus dem unteren Tabellendrittel. 0 oder nur drei Punkte kann man sich das Team eigentlich nicht leisten. Mir fehlt jedenfalls die Überzeugung, dass dies mit Schubert gelingt.

Denn auch die Zahlen lügen hier nicht. André Schubert weist nach acht Spielen einen Punkteschnitt von 0,25 auf. Selbst Alexander Nouri (0,38 / 8 Spiele) und Markus Kauczinski (12/0,42) waren besser unterwegs. Roberto Pätzold holte nach neun Spielen im Schnitt 0,78 Punkte.

Auf dem Markt wären einige Kandidaten wie Manuel Baum, Josef Zinnbauer, Heiko Herrlich, Uwe Neuhaus oder Mirko Slomka. Und wer Beiersdorfer sportliche Biografie als Funktionär kennt, weiß den Trainer entlassen ist für ihn jetzt keine Seltenheit.

Der FCI muss die Notbremse ziehen. Acht Punkte aufzuholen ist schon eine Mammutaufgabe genug, bei einem noch größeren Abstand wird es allmählich richtig hoffnungslos.

8!

Acht Punkte. Der vergangene Zweitliga-Spieltag war für die Schanzer wieder eine Bauchlandung. Als wäre die Niederlage gegen den SC Paderborn (2:1) nicht schlimm genug, gewann auch Erzgebirge Aue 2:0 gegen den 1. FC Heidenheim. Damit wächst der Rückstand der Schanzer aufs rettende Ufer auf acht Punkte, auf den Relegationsplatz hat der FCI sieben Punkte Rückstand, allerdings hat der SV Sandhausen noch ein Nachholspiel gegen den FC St. Pauli (das Spiel wurde wegen Corona-Infektionen beim SVS abgesagt).

Zwar lassen sich durchaus positive Aspekte aus dem Spiel gegen Paderborn herausziehen, doch die Aussagen von Trainer André Schubert wirken eher wie Trotzaussagen. Auf der Pressekonferenz und bei der ARD sagte er sinngemäß: „Wenn wir so weiterspielen, holen wir auch Punkte.“ Oder eben auch nicht.

Denn das Spiel gegen Paderborn lässt sich mit den Worten Pech und Unvermögen beschreiben. Stefan Kutschke scheiterte am Elfmeterpunkt (Pech und Unvermögen), das Tor wurde abgepfiffen, warum weiß kein Mensch (Pech). Kutschke stand im Abseits, griff aber nicht ein. Umso schlimmer war, dass der Videoschiedsrichter im Kölner Keller die Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns nicht aufhob.  

Und natürlich kann spielte die Mannschaft aktiver als gegen Regensburg, vor allem da Paderborn als extrem spielstark gilt. Doch trotzdem zeigen sich die massiven technischen Defizite des FCI. Weite Bälle, unpräzise Bälle, wenig Ball-Stafetten. Während alle anderen Mannschaften der Liga den Ball mal laufen lassen und sich den Gegner zurückrecht legen, dreschen wir die Kugel planlos nach vorne. Und wenn ein paar Pässe eine Situation lösen werden, spielen wir einen weiten flachen Ball hinten raus, der dann zu einem Fehlpass wird. Aue gewann zum dritten Mal in Folge, wir sind seit acht Spielen sieglos. Die nackten Zahlen lügen eben nicht. Und am Ende des Tages ist der Fußball ein knallharter Ergebnissport. Fragt mal in Fürth nach.

Und nicht einmal die Umstellung auf eine Dreier bzw. Fünferkette bringt defensive Stabilität rein. Fünf Gegentore in zwei Spielen, jetzt insgesamt 30 Gegentore. Die zweitschlechteste Abwehr der Liga ist Sandhausen mit 23 Gegentoren. Wir machen es uns also am Tabellenende richtig gemütlich.

Die Köpfe hängen immer tiefer beim FCI. Bilder: Roland Geier

Sven Michels 1:0, bei der Michael Heinloth und Marc Stendera (beides keine Jugendspieler) stehen ließ wie Schulbuben bezeichnete Trainer Schubert als „individuelle Klasse von Michel.“ Ja Sven Michel spielt aktuell die Saison seines Lebens und ist schießt Tore wie am Fließband. Trotzdem verteidigten Heinloth und Stendera halbherzig. Auch beim 2:0 wurde der Passgeber Schuster wieder halbherzig angegriffen und Platte kam vor Keller an den Ball und staubte ab. Einfache, billige Gegentore.

Fatih Kaya sorgte mit seiner Einzelaktion dann für den Anschluss, doch ein Remis war nicht mehr drin. Vorne fehlt Kreativität, Geschwindigkeit und auch Präzision. Hinten agiert die Abwehr weiter munter stümperhaft.

Natürlich ist Paderborn als Tabellenvierter eine Hausnummer und gut ausgesehen gegen die Ostwestfalen haben wir selten. Doch in der jetzigen Phase ist es egal, wer der Gegner der Schanzer ist. Punkte sind Pflicht. Und davon braucht der FCI bis zum Winter jede Menge um das rettende Ufer noch im Blick zu behalten.

Der Trainer-Effekt ist derweil ebenfalls verpufft. In fünf Partien unter Schubert holte der FCI lediglich einen Punkt (1:1 gegen Kiel). Ansonsten setzte es nur Pleiten. Die Abwärtsspirale jetzt zu stoppen gleicht einer Herkulesaufgabe. Denn wie soll man seinen Kopf aufrecht halten, wenn man jedes Wochenende den nächsten Rückschlag kassiert?

Und dann muss ich noch zu ein paar Spielern Worte verlieren. Maximilian Beister war der beste Schanzer auf dem Platz. Er sorgte für Gefahr, hatte im ersten Durchgang die Führung auf dem Fuß und erzielte ein Traumtor, das zu Unrecht abgepfiffen wurde. Er zahlte den Vertrauensvorschuss zurück. Auf der Pressekonferenz stellte Schubert auf die Frage eines Journalisten warum Beister denn nicht mal das Vertrauen geschenkt bekomme, die Gegenfrage: „Sie sind schon länger hier als ich. Wieso hat Beister in den letzten zwei Jahren so wenig gespielt?“ Die Gegenfrage beantwortete Schubert dann doch noch selbst und verwies auf Trainingsleistungen. Die Trainingsleistungen dagegen kann kein Externer beurteilen, da seit Beginn der Corona-Pandemie die Trainingseinheiten unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Weitere Einsätze jedenfalls hat Beister jetzt hinreichend gerechtfertigt.

Für eine weitere Nominierung für die Startelf hat sich Marc Stendera disqualifiziert. Der feine Fuß machte gegen Paderborn einen schlechten Eindruck. Auch schon gegen Regensburg überzeugte er nicht. Er spielte viele Fehlpässe, gerne mal den langen oder halbhohen Ball und seine fehlende Geschwindigkeit machte sich gegen Paderborn mehr als bemerkbar. Und auch bei der Arbeit in der Defensive wirkte Stendera oft wie ein trotziges Kind. Er geht halbherzig zur Sache, geht der Ball verloren bleibt er mit ausgestreckten Armen einfach stehen.

Das der FCI ungenau im Spielaufbau ist, zeigt auch der Blick auf die Passquote. Nur 66% der Pässe finden ihr Ziel, bei Paderborn waren es 86%.

Und auch in der Zweikampfquote bildet sich ein Problem ab. Dennis Linsmayer gewann lediglich 22% seiner Zweikämpfe, Stendera kam auf 33%. Rico Preißinger konnte aber 60% der Zweikämpfe für sich entscheiden.

Der Blick auf die Tabelle ist traurig. Von einer Wende ist aktuell keine Spur. In der Länderspielpause hat der FCI nun wieder Gelegenheit an seinen Schwächen zu arbeiten. Am 21. November wartet zuhause der Karlsruher SC, dann geht es zum Hamburger SV.

Peter Jackwerth hat derweil schon eine Transferoffensive im Donaukurier angekündigt. Wenn der FCI bis zur Winterpause allerdings nicht mal punktet und Siege einfährt, damit die Lücke kleiner wird, könnte diese Offensive auf dem Transfermarkt zu spät kommen.

Aue – Heidenheim 2:0 | Highlights 2. Bundesliga 13. Spieltag | SPORT1 – YouTube

Paderborn – Ingolstadt 2:1 | Highlights 2. Bundesliga 13. Spieltag | SPORT1 – YouTube

Es fehlt der Ansatz

Wie sagt Sternekoch und TV-Koch Frank Rosin aus dem Pott immer bei seiner Serie „Rosins Restaurants“ bei hoffnungslosen Fällen: „Ich weiß nicht wo ich ansetzen soll.“ Nachdem Spiel gegen Regensburg passt dieser Satz umso mehr. Er beschreibt die katastrophale Situation beim FCI perfekt.

Gute 20 Minuten spielte die Mannschaft und hatte ein paar Torchancen. Am Ende stand es 3:0. Bei so einer Krise stellt sich natürlich immer die Frage: Woran liegt es? Die Verletztenmisere bei den Schanzern ist eine Katastrophe. Mit Eckert Ayensa (Schlüsselbeinbruch) verabschiedete sich der nächste Stürmer in den Krankenstand. Er gesellt sich damit zu Neuzugang Patrick Schmidt. Die Mannschaft stellt sich allmählich von selbst auf. Die Verletzungsmisere ist in allen Mannschaftsteilen ein riesen Problem. Vorne im Sturm drückt der Schuh schon gewaltig. Aber das tut er eigentlich schon jahrelang. Ein richtiger Knipser fehlt. Eckert Ayensa muss sich in der 2. Bundesliga erst noch zurecht finden und startete noch nicht durch, jetzt laboriert er an seiner Verletzung. Stefan Kutschke bleibt oft viel schuldig. Fatih Kaya arbeitet und rackert, bekommt allerdings kaum verarbeitbare Bälle. Im Mittelfeld sind die Optionen ebenfalls immer begrenzter. Patrick Sussek fehlt noch länger, Christian Gebauer ist verletzt, ebenso fehlen Cannagia Elva und Nassim Boujellab noch eine zeitlang. Yassin Ben Balla ist ein weiteres großes Fragezeichen. Er wurde als erster Neuzugang präsentiert, lief bisher aber in keinem Pflichtspiel auf, da er verletzt ist. In der Abwehr dokterten sowohl Roberto Pätzold als auch André Schubert herum. Viererkette, jetzt Dreier/-Fünferkette, ständig wechselte personelle Besetzungen, ebenfalls aufgrund von Verletzungen. 28 Gegentore in 12 Spielen (Schnitt: 2,33 Tore) sprechen eine klare Sprache. Der FCI ist die Schießbude der Liga.

Alle Bilder: Roland Geier

Die Verletzungsmisere ist das eine und befeuert damit auch das andere große Problem der Schanzer. Das spielerische. Auch gegen Regensburg war diese gruselig. Die Standards sind meistens eine Katastrophe. Das einzige spielerische Element, dass einer spielerisch limitierten Mannschaft bleibt, die Standards, nutzen die Schanzer nicht für Torgefährlichkeit. Auch generell, fehlt es an allen Ecken und Enden. Während die Gegner ein gutes Passspiel aufziehen, kloppen wir die Bälle stumpf nach vorne. Und hier ist meistens 10 Meter hinter der Mittellinie Endstation. Und ich hatte am Sonntag nicht den Eindruck das Regensburg sich spielerisch übernommen hat. Die nutzten ihre Torchancen wie eine Spitzenmannschaft. Und auch eine Woche zuvor, gegen Erzgebirge Aue, hatte der FCI lediglich eine Torchance. In der Nachspielzeit!

Maximilian Beister kann getrost als Missverständnis bezeichnet werden. Beisters Leistungen waren stets wechselhaft. Doch nach seiner Einwechselung gegen Regensburg zeigte Beister, dass er das Offensivspiel beleben kann. Technisch und auch vom Tempo her, ist er einer der das Spiel weiterbringen könnte. Also warum Beister nicht mal von Anfang bringen? Auch wenn ich persönlich kein großer Fan von ihm bin, genauso wenig wie von Kutschke, ist er eine hoffnungsvolle Alternative.

Ebenfalls mehr als fragwürdig fand ich die Wechselentscheidung von André Schubert am Sonntag. Für Merlin Röhl, kam Jonathan Kotzke zur Halbzeit. Röhl agierte mit Kaya als Sturmspitze. Für Röhl eine undankbare Rolle. Der Jungspund muss seit Wochen als Löcherstopfer herhalten. Erst agiert Röhl als defensiver Mittelfeldspieler neben Dennis Linsmayer, jetzt als Sturmspitze. Durch den Wechsel wollte Schubert die defensive Stabilität erhöhen. Doch auch mit Linsmayer, Preißinger und Kotzke erhöhte sich die Stabilität nicht. Regensburg kam durch einen Elfmeter zum 2:0 und eine Ecke zum 3:0.

Der Blick auf die Tabelle lügt nicht. Sieben Punkte hat der FCI Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz und sechs auf den Relegationsplatz. Doch Kiel und Sandhausen punkten. Kiel rang dem HSV am Samstag-Abend ein Remis (1:1) ab. Sandhausen schlug den Aufsteiger Dresden mit 1:0. Zwar nicht schön, aber effizient und dreckig, so wie ein Kellerkind halt seine Punkte einfahren muss.

Schattenmann. Zu Recht ist Maximilian Beister kein Stammspieler beim FCI. Aber er könnte in der jetzigen Situation helfen. Doch bisher setzten weder Tomas Oral, noch Robero Pätzold und André Schubert auf den Offensivspieler.

Das Prekäre an der aktuellen Situation ist, dass die Vereine über uns klein aber fein Punkte sammeln, während wir unten im Keller festkleben. Seit dem 5. Spieltag wartet der FCI auf einen Dreier. Seit dem Sieg gegen Sandhausen gelang es dem Team lediglich einmal ein Remis zu erzielen (Spieltag 10 gegen Kiel, 1:1). Zum Schalke-Spiel (Spieltag 9) übernahm André Schubert für Roberto Pätzold den Trainerposten. Doch große Verbesserungen sind bisher nicht sichtbar. Natürlich fällt es schwer, mit so einem Lazarett vernünftig zu arbeiten. Und natürlich entsteht so auch wenig Konkurrenzdruck. Doch trotz alledem bäumt sich die Mannschaft aktuell nicht auf. Während Aue der Sieg gegen Ingolstadt leicht beflügelt, geht beim FCI kein Windhauch.

Der FCI ist historisch schlecht. Nach zwölf Spieltagen hatte der FCI bisher noch nie so wenig Punkte und noch nie so eine schlechte Tordifferenz als jetzt.

Die Verletzungsmisere ist das eine. Doch trotzdem muss Trainer André Schubert aus dem verfügbaren Spielermaterial das bestmögliche herausholen. Dem FCI läuft schlichtweg die Zeit davon und die Punkte. Die kommen drei Gegner sind anspruchsvoll: Paderborn (4. Platz), Karlsruher SC (9.) und der HSV (7.). Es wird Zeit für die Wende. Und auch auf dem Platz würde ein aufbäumen auch mal nicht schaden. Regungsloses umherschleichen bei einem Rückstand machen jedenfalls nicht den Eindruck, dass Leben in der Mannschaft ist.

Und jeden Spieltag grüßt das Murmeltier

Und jeden Spieltag grüßt das Murmeltier. Die Schanzer haben wieder eine Führung spät abgegeben. Gegen den 1. FC Heidenheim muss sich der FCI doch einer über weite Strecken guter Leistung mit einem Punkt zufrieden geben. Dieser Punkt bringt uns nicht unbedingt weiter. Aber es war mal wieder ein erkenntnisreiches Ligaspiel.

Favorit war der Gast aus Heidenheim. Die Heidenheimer haben sich langsam nach oben rangepirscht und überzeugen mit einem geradlinigen Offensivspiel. Hoffnung machte das Fehlen von „Mister zuverlässig“ Marc Schnatterer. Und die Schanzer legten auch gut los. Der FCI presste aggressiv und ergatterte so einige Bälle. Heidenheim konzentrierte sich auf die Defensivarbeit und zog sich weit zurück. Der FCI hatte viel Ballbesitz und rollte langsam Richtung Sechszehner los. Durch das Zentrum ergab sich für das Schlusslicht wenig Tormöglichkeiten. Hier stand der Heidenheimer Riegel und die Schanzer spielten hier auch zu zögerlich. Statt den Abschluss zu suchen, wurde nochmal abgespielt oder der Ball verdaddelt. Und dann lag die Kugel doch im Tor. Gaus schaltete nach einem Heidenheimer Ballverlust schnell und bediente Lezcano. Der fackelte nicht lange und schob den Ball ins Eck. Die Schanzer führten. Und Lezcano kann scheinbar doch Tore schießen.

Torschütze zum 1:0 Lezcano. Bilder: Roland Geier

Über die Außenbahn hatten die Schanzer gut Zug drauf. Besonders Marcel Gaus überzeugte auf ganzer Linie. Er ging weite Wege, eroberte viele zweite Bälle und versuchte mit seinen Flanken für Gefahr zu sorgen. Einmal gelang ihm das nochmal. Seine Flanke fand Leipertz. Doch der Ex-Heidenheimer war sich nicht einig wie er zum Ball gehen sollte. Er entschied sich für den Fuß und traf so den Ball nicht optimal. Ein Kopfball wäre die bessere Wahl gewesen.

In der Halbzeit musste Almog Cohen draußen bleiben. Für ein rüdes einsteigen sah er die Gelbe Karte. Jens Keller wollte nicht wieder in Unterzahl zu Ende spielen und ließ den Spielführer auf der Bank. Das Fehlen von Almog Cohen machte sich bemerkbar. Den Spiel fehlte ein Taktgeber, jemand der den Laden zusammenhält. Mit steigender Spieldauer kam Heidenheim besser ins Spiel. Denn der FCI presste nicht mehr so aggressiv und zog sich zurück. Vom Esprit der ersten Hälfte war nicht mehr viel übrig. Und so kam es, wie es eben kommen musste. Die Schanzer rannten in einen Konter nachdem anderen. Thomalla verfehlte das leere Tor und schoss an den Pfosten. Im nächsten Anlauf saß der Torschussversuch allerdings. Mit einem Lupfer besorgte er den Ausgleich. Danach lief der FCI Gefahr, sogar noch das 1:2 zu kassieren.

Ein in Summe dann ernüchternder Auftritt. Aber wir haben ja nicht gegen eine Kasperl-Truppe gespielt.

Folgende Feststellungen lassen sich nachdem Spiel machen:

Erste Halbzeit hui, zweite Halbzeit, pfui. Im ersten Durchgang zeigte der FCI wer Hausherr ist. Frühes draufgehen, erobern von zweiten Bällen und ein einigermaßen zielstrebiges Offensivspiel haben gefallen. Im zweiten Durchgang zog sich der FCI wieder zurück und brachte somit spielstarke Heidenheimer wieder zurück in die Partie.

Jens Keller hat dem Team eine neue Spielkultur eingehaucht. Die Probleme, sind im wohl bekannt. Jetzt ist die große Frage, was gegen Regensburg noch drin ist. Das ein Sieg, Pflicht ist, steht außer Frage. Zumal wir mit den Regensburgern noch viele Rechnungen zu begleichen haben.

In der Winterpause braucht das Team Verstärkungen. Denn seit Monaten zeigt sich, dass der Kader stark geredet wurde. Im Trainingslager wird dann Jens Keller das Team richtig schleifen. Denn auch im Bereich Fitness lassen sich große Defizite zu erkennen. Was ebenfalls hervorzueben ist, dass die Defensive deutlich stabiler ist.

Jeden Spieltag grüßt das Murmeltier. Gegen Regensburg hoffentlich nicht.