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8!

Acht Punkte. Der vergangene Zweitliga-Spieltag war für die Schanzer wieder eine Bauchlandung. Als wäre die Niederlage gegen den SC Paderborn (2:1) nicht schlimm genug, gewann auch Erzgebirge Aue 2:0 gegen den 1. FC Heidenheim. Damit wächst der Rückstand der Schanzer aufs rettende Ufer auf acht Punkte, auf den Relegationsplatz hat der FCI sieben Punkte Rückstand, allerdings hat der SV Sandhausen noch ein Nachholspiel gegen den FC St. Pauli (das Spiel wurde wegen Corona-Infektionen beim SVS abgesagt).

Zwar lassen sich durchaus positive Aspekte aus dem Spiel gegen Paderborn herausziehen, doch die Aussagen von Trainer André Schubert wirken eher wie Trotzaussagen. Auf der Pressekonferenz und bei der ARD sagte er sinngemäß: „Wenn wir so weiterspielen, holen wir auch Punkte.“ Oder eben auch nicht.

Denn das Spiel gegen Paderborn lässt sich mit den Worten Pech und Unvermögen beschreiben. Stefan Kutschke scheiterte am Elfmeterpunkt (Pech und Unvermögen), das Tor wurde abgepfiffen, warum weiß kein Mensch (Pech). Kutschke stand im Abseits, griff aber nicht ein. Umso schlimmer war, dass der Videoschiedsrichter im Kölner Keller die Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns nicht aufhob.  

Und natürlich kann spielte die Mannschaft aktiver als gegen Regensburg, vor allem da Paderborn als extrem spielstark gilt. Doch trotzdem zeigen sich die massiven technischen Defizite des FCI. Weite Bälle, unpräzise Bälle, wenig Ball-Stafetten. Während alle anderen Mannschaften der Liga den Ball mal laufen lassen und sich den Gegner zurückrecht legen, dreschen wir die Kugel planlos nach vorne. Und wenn ein paar Pässe eine Situation lösen werden, spielen wir einen weiten flachen Ball hinten raus, der dann zu einem Fehlpass wird. Aue gewann zum dritten Mal in Folge, wir sind seit acht Spielen sieglos. Die nackten Zahlen lügen eben nicht. Und am Ende des Tages ist der Fußball ein knallharter Ergebnissport. Fragt mal in Fürth nach.

Und nicht einmal die Umstellung auf eine Dreier bzw. Fünferkette bringt defensive Stabilität rein. Fünf Gegentore in zwei Spielen, jetzt insgesamt 30 Gegentore. Die zweitschlechteste Abwehr der Liga ist Sandhausen mit 23 Gegentoren. Wir machen es uns also am Tabellenende richtig gemütlich.

Die Köpfe hängen immer tiefer beim FCI. Bilder: Roland Geier

Sven Michels 1:0, bei der Michael Heinloth und Marc Stendera (beides keine Jugendspieler) stehen ließ wie Schulbuben bezeichnete Trainer Schubert als „individuelle Klasse von Michel.“ Ja Sven Michel spielt aktuell die Saison seines Lebens und ist schießt Tore wie am Fließband. Trotzdem verteidigten Heinloth und Stendera halbherzig. Auch beim 2:0 wurde der Passgeber Schuster wieder halbherzig angegriffen und Platte kam vor Keller an den Ball und staubte ab. Einfache, billige Gegentore.

Fatih Kaya sorgte mit seiner Einzelaktion dann für den Anschluss, doch ein Remis war nicht mehr drin. Vorne fehlt Kreativität, Geschwindigkeit und auch Präzision. Hinten agiert die Abwehr weiter munter stümperhaft.

Natürlich ist Paderborn als Tabellenvierter eine Hausnummer und gut ausgesehen gegen die Ostwestfalen haben wir selten. Doch in der jetzigen Phase ist es egal, wer der Gegner der Schanzer ist. Punkte sind Pflicht. Und davon braucht der FCI bis zum Winter jede Menge um das rettende Ufer noch im Blick zu behalten.

Der Trainer-Effekt ist derweil ebenfalls verpufft. In fünf Partien unter Schubert holte der FCI lediglich einen Punkt (1:1 gegen Kiel). Ansonsten setzte es nur Pleiten. Die Abwärtsspirale jetzt zu stoppen gleicht einer Herkulesaufgabe. Denn wie soll man seinen Kopf aufrecht halten, wenn man jedes Wochenende den nächsten Rückschlag kassiert?

Und dann muss ich noch zu ein paar Spielern Worte verlieren. Maximilian Beister war der beste Schanzer auf dem Platz. Er sorgte für Gefahr, hatte im ersten Durchgang die Führung auf dem Fuß und erzielte ein Traumtor, das zu Unrecht abgepfiffen wurde. Er zahlte den Vertrauensvorschuss zurück. Auf der Pressekonferenz stellte Schubert auf die Frage eines Journalisten warum Beister denn nicht mal das Vertrauen geschenkt bekomme, die Gegenfrage: „Sie sind schon länger hier als ich. Wieso hat Beister in den letzten zwei Jahren so wenig gespielt?“ Die Gegenfrage beantwortete Schubert dann doch noch selbst und verwies auf Trainingsleistungen. Die Trainingsleistungen dagegen kann kein Externer beurteilen, da seit Beginn der Corona-Pandemie die Trainingseinheiten unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Weitere Einsätze jedenfalls hat Beister jetzt hinreichend gerechtfertigt.

Für eine weitere Nominierung für die Startelf hat sich Marc Stendera disqualifiziert. Der feine Fuß machte gegen Paderborn einen schlechten Eindruck. Auch schon gegen Regensburg überzeugte er nicht. Er spielte viele Fehlpässe, gerne mal den langen oder halbhohen Ball und seine fehlende Geschwindigkeit machte sich gegen Paderborn mehr als bemerkbar. Und auch bei der Arbeit in der Defensive wirkte Stendera oft wie ein trotziges Kind. Er geht halbherzig zur Sache, geht der Ball verloren bleibt er mit ausgestreckten Armen einfach stehen.

Das der FCI ungenau im Spielaufbau ist, zeigt auch der Blick auf die Passquote. Nur 66% der Pässe finden ihr Ziel, bei Paderborn waren es 86%.

Und auch in der Zweikampfquote bildet sich ein Problem ab. Dennis Linsmayer gewann lediglich 22% seiner Zweikämpfe, Stendera kam auf 33%. Rico Preißinger konnte aber 60% der Zweikämpfe für sich entscheiden.

Der Blick auf die Tabelle ist traurig. Von einer Wende ist aktuell keine Spur. In der Länderspielpause hat der FCI nun wieder Gelegenheit an seinen Schwächen zu arbeiten. Am 21. November wartet zuhause der Karlsruher SC, dann geht es zum Hamburger SV.

Peter Jackwerth hat derweil schon eine Transferoffensive im Donaukurier angekündigt. Wenn der FCI bis zur Winterpause allerdings nicht mal punktet und Siege einfährt, damit die Lücke kleiner wird, könnte diese Offensive auf dem Transfermarkt zu spät kommen.

Aue – Heidenheim 2:0 | Highlights 2. Bundesliga 13. Spieltag | SPORT1 – YouTube

Paderborn – Ingolstadt 2:1 | Highlights 2. Bundesliga 13. Spieltag | SPORT1 – YouTube

„Jetzt haben wir acht Endspiele“

Wir bleiben Träger der Roten Laterne. Unser FCI hat sein viertes Spiel in Folge verloren und darf sich wieder „Verlierer des Spieltags“ nennen. Durch das Remis von Magdeburg und durch den Sieg von Sandhausen spitzt sich die Lage im Keller weiter zu. Wieder einmal ließ der FCI beste Chancen liegen und brach in den letzten 30 Minuten komplett auseinander. Hier ein Kurzbericht zum Spiel mit ein paar Stimmen.

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Gästeblock: „Der Kader ist zu gut um abzusteigen.“

Vorsicht die stürmischen Paderborner kommen. Der SC Paderborn ist das absolute Schreckgespenst der Schanzer. Zweimal scheiterte der FCI im Pokal am diesjährigen Aufsteiger. Und auch ansonsten hat der FCI selten gegen Paderborn was zu Lachen. Die jüngsten sechs Spiele konnte der FCI nicht gegen Paderborn nicht gewinnen. Trotzdem kein Grund nicht ein Gästeblock-Interview zu führen. Dieses Mal sprach ich mit Stephan von „Schwarz und blau“

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