Kutschke und Gaus könnten es schwer haben

Über das 5:0 gegen Nürnberg werde ich kaum Worte verlieren. Darüber wurde genug getweetet und geschrieben. Der Blick geht schon wieder nach vorne, Richtung: Sandhausen-Spiel.

Interessant waren vor allem zwei Personalien, die gegen Nürnberg nicht auf dem Platz standen: Stefan Kutschke und Marcel Gaus. Beide fehlten und fehlten dennoch nicht. Denn der FCI-Express rollte. Das Offensivspiel der Schanzer war schnell, flach, direkt und vorne fielen die Tore. Die Offensivkräfte bekamen ihre Leichtigkeit zurück.

Wenn die Spieler Pick, Röhl, Bilbija und Ayensa weiter so spielen, haben es Kutschke und Gaus richtig schwer wieder zurück in die Startelf zurückzukehren. Und mit seinem Jokertreffer gegen Nürnberg sammelt Jalmir Sulejmani fleißig Argumente für einen Startelf-Einsatz.

Für Rüdiger Rehm wird jedenfalls leicht beiden Spielern diese Konsequenz zu vermitteln. Denn Rüdiger Rehm verfügt mittlerweile über Alternativen und Qualität. Er kann einen Konkurrenzkampf befeuern. Dieser trägt auch bereits die ersten Früchte.

Auf persönliche Befindlichkeiten kann jetzt keine Rücksicht mehr genommen werden. Es zählt nur noch eins: das Erreichen des Klassenerhalt, egal wie.

Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Und spielen sollten diejenigen Spieler, bei denen die Aussicht am Größten ist, dass sie den FCI zu Punkten verhelfen.

Titelbild: Roland Geier

Peking 2022: NOlympia: das IOC tut so, als müsste sich die Weltwirtschaft kniend für diese Vergabe bedanken.  

Olympische Winterspiele in Peking. Das ist Zynismus pur. Gigantische Rodel-Anlagen die in Naturschutzgebiete gebaut wurden (der Präsident hat das Naturschutzgebiet verschieben lassen), Ski-Wettbewerbe in einer der trockensten Region der Welt, Menschenrechtsverletzungen, kasernierte Uiguren, fehlende Presse- und Demonstrationsfreiheit. Die Vergabe der Spiele nach Peking ist eine Katastrophe. Und da stellt sich die Frage: Wie damit umgehen?

Ich habe meine Position dafür gefunden. Ich liebe Winterspiele. Meine Freundin sagt immer: Sport machen anstatt Sport anschauen, würde bei meiner Leibesfülle durchaus helfen. Aber das ist ein anderes Thema. Begeistert habe ich als 12-jähriger 2006 die Winterspiele in Turin verfolgt. Ich kann mich noch gut an die Biathlon-Wettbewerbe erinnern, als Michael Greis dreimal Gold gewann. 2010 verfolgte ich die Winterspiele in Vancouver auch sehr aufmerksam. Unvergessen bleibt der Moment als Sidney Crosby Kanadas Eishockey-Mannschaft zu Gold schoss und ihn die Mannschaft an der Bande regelrecht erdrückte vor Jubel. Die Spiele 2014 in Sotschi verfolgte ich oberflächlich, 2018 in Pyeonychang kaum. 2014 lag es wahrscheinlich daran, dass ich die Spiele schwierig live mitverfolgen konnte, da ich einfach berufstätig bin. Aber das „deutsche Miracle on ice“ ist mir natürlich nicht entgangen!

Aber zurück zum Thema Peking. Das IOC hat mit der Vergabe nach Peking eine Sünde begangen. Das IOC ignoriert die Menschenrechtsverletzungen und verweist auf einen neuen Ski-Markt der zu erschließen sei. 300 Millionen Chinesen sind Wintersport begeistert. Ja das ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht durchaus lukrativ für die westeuropäische Wintersport-Industrie. Aber, der „Markt“ ist ohne ein IOC auch in der Lage, dieses Gebiet zu erschließen. Das IOC tut jetzt so, als müsste sich die Weltwirtschaft für diese Vergabe kniefallend bedanken.

Mir jedenfalls ist die Wintersport-Leidenschaft in Peking abhanden gekommen. Ich hab keine Lust auf inszenierte Spiele in einem Land, dass mit Wintersport so viel zu tun hat, wie ich mit Leistungssport. Das hat auch nichts mit einem Wachstumsmarkt zu tun. Das IOC sollte lieber schauen, dass sich westliche Staaten wieder für Winterspiele interessieren. Bestehende Wintersport-Hochburgen, die es in Europa zu Haufe gibt. Doch vor allem die Vergabe 2026 spricht Bände. Österreich und die Schweiz haben gar keine Unterlagen eingereicht, denn die Bürger:innen waren dagegen. Kein Wunder, denn das IOC fällt in das Gastgeber-Land ein, nimmt die Gewinne mit und ist weg. Was das IOC mit dem vielen Geld anstellt ist mir jedenfalls schleierhaft. Steuern zahlen in der Schweiz, dem Stammsitz, jedenfalls nicht. Genauso wenig wie im Übrigen die UEFA und die FIFA.

In Schweden war die Zustimmung so niedrig, das Cortina und Mailand den Zuschlag erhielten. Doch vor allem Italiens Blankoscheck war wohl das entscheidende Argument. Der Staat unterstützt die Bewerbung finanziell, uneingeschränkt. Das wollte Schwedens Regierung nicht. Das wollte die Bundesregierung bei Hamburgs Bewerbung für die Sommerspiele 2024 übrigens auch nicht.

Die Winterspiele in Peking will anschauen wer will. An mir werden sie vorbeiziehen. Ich kann nicht emotional dabei sein, die Sportler:innen pushen und fasziniert sein, wenn ich weiß, dass in einer Provinz über eine Million Bürger:innen eingesperrt werden und China sich als tolles Land inszeniert. Es widert mich an. Es tut mir für die Sportler:innen unendlich leid. Für sie werden die Spiele gemacht, auf sie sollten sie zugeschnitten sein. Doch dieser Romantik braucht man sich nicht mehr hingeben. Die Zeiten scheinen vorbei zu sein.

Es bleibt nur eines: auf bessere Zeiten hoffen. Auf die Winterspiele in Cortina und Mailand beispielsweise. Olympische Spiele die vielleicht wie die 2006 in Turin werden. Fröhlich, offen, mit Schnee und dem olympischen Geist, den sie brauchen. Und in einem Land, dass die Welt gerne begrüßt, selbst Wintersport begeistert ist und die beste Küche der Welt bietet. Vielleicht fahre ich dann „runter“ nach Italien und sehe mir das Spektakel live an. Es wäre ein Traum von mir. Denn der Traum von Olympischen Spielen in Deutschland wird wahrscheinlich noch lange einer bleiben. Und das kann ich sogar verstehen.

Titelbild: Pixaby

Meine Entscheidung des „Boykotts“ hat übrigens diese tolle Dokumentation der ARD verstärkt:

ARD-Dokumentation: Wer braucht noch dieses Olympia?

Staatsregierung lässt wieder Zuschauer zu

Fußballspiele können künftig wieder mit Zuschauern in Bayern stattfinden. Die Bayerische Staatsregierung erlaubt 25% der Zuschauerkapazität, maximal 10.000 Zuschauer:innen.

Auch für die Jugendarbeit (außerschulische Bildung) verabschiedet die Staatsregierungen endlich Erleichterungen: …“die in der Schule regelmäßig getestet werden, künftig generell – auch ohne Impfung oder weiteren Test – zur Jugendarbeit (insbesondere außerschulische Bildung) zugelassen werden…“

Die komplette Mitteilung finde ihr hier:

https://www.bayern.de/bericht-aus-der-kabinettssitzung-vom-25-januar-2022/?seite=5062

Es fehlen die Mittel

2:1 gegen Heidenheim, 2:0 gegen Darmstadt. Der FCI ist mit zwei Niederlagen in die Restrunde der 2. Bundesliga gestartet. Da Aue und Sandhausen ebenfalls nicht vom Fleck bekommen, ist tabellarisch nichts passiert. Doch nach den letzten beiden Auftritten sieht es immer mehr nach einer Abschiedstour der Schanzer aus.

Darmstadt als Tabellenzweiter hätte locker dreimal so viele Tore erzielen können. Die Lilien waren in allen Bereichen klar besser. Dem FCI gelang es nie das Spiel unter Kontrolle zu behalten. Gegen Heidenheim verschliefen die Schanzer die erste Hälfte des Spiels komplett. Hoffnung macht zur Zeit recht wenig. Auch der Blick auf den Spielplan offenbar, dass wird eine schier unglaubliche Mammutaufgabe sich irgendwie noch auf den Relegationsplatz zu hieven. Die nächsten Gegner heißen nämlich: Nürnberg und Bremen.

In keinem Mannschaftsteil ist aktuell eine Veränderung zu erkennen. Defensiv wirkt das Team nach wie wackelig, im Mittelfeld gibt es kaum Kreativität und vorne trabt Kutschke einsam umher. Hoch und weit auf Kutschke, das weiß jeder Zweitligist, kommt immer und wird dem nach konsequent unterbunden. Die Mannschaft wirkt einfach mittellos. Bemüht ist das Team, es wird auch versucht sich in die Zweikämpfe zu werfen. Doch man hat selten in einem Spiel das Gefühl, es läuft jetzt in unsere Richtung. Es fehlen die Mittel einfach auf kompletter Linie.

Ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin schon ziemlich verzweifelt. Vielleicht geht ja irgendwie noch etwas. Aber ich kann mir im Moment nicht vorstellen gegen wen. Schauen wir mal. Wenn wir absteigen, wundert es eh keinen.

Alle Bilder: Roland Geier

Stendera und Beister müssen gehen: richtig so.

Der FC Ingolstadt 04 nimmt personelle Einschnitte vor. Vor dem Jahresauftakttraining gab der FCI bekannt, dass Marc Stendera, Patrick Sussek, Maximilian Beister, Peter Kurzweg und Torwart Lucas Schellenberg Vereinswechsel nahe gelegt worden sind. Sie trainieren nicht mehr beim Team mit.


Der Klub gab eine Kaderverkleinerung bekannt und liefert sie. Sportlich sind die Entscheidungen bei Marc Stendera und Maximilian Beister durchaus nachvollziehbar. Trainer Rüdiger Rehm und die sportliche Leitung wollen ein klares Zeichen an den Restkader senden. Wer jetzt dem großen Wunderziel Klassenerhalt nicht alles unterordnet, fliegt.

Marc Stendera blieb insbesondere in dieser Saison vieles schuldig. Das einstige Wunderkund von Eintracht Frankfurt konnte kein Tor erzielen und bereitete keinen Treffer vor. Oftmals hatte man bei Stendera auch den Eindruck, das Mitarbeiten in der Defensive nicht sein Ding ist. Bei Ballverlusten wirkte er oft trotzig und nicht entschlossen den Ball wieder zurück zu erobern. Auch seine Standards waren schlichtweg eine Katastrophe. Doch auch hier zeigten sich keine Verbesserungen, obwohl Schwächen hier offensichtlich waren. Auch bei Hannover 96 endete sein Engagement bereits früh (September 2019 – Juni 2020), jetzt muss er sich abermals einen neuen Klub suchen.


Die Personalie Maximilian Beister ist wohl die umstrittenste. Nach langen Fordern der Fans bekam Beister Einsatzzeit. Er sorgte für mehr Zug Richtung Tor, doch treffen konnte der Stürmer nicht. Nachdem Beister im Derby gegen Regensburg ein Abseitstor erzielte, wurde Trainer André Schubert auf der Pressekonferenz gefragt, warum er Beister nicht öfters die Chance gebe. Schubert verwies dabei auf seine Trainingsleistungen. Man steckt zu 100 Prozent in der Sache drin. Doch schlechte Trainingsleistungen sind einem schön öfters von verschiedenen Seiten über Beister zu Ohren gekommen. Nach neun Einsätzen in dieser Saison, mit einer Vorlage endet seine Zeit beim FCI nun vorzeitig. Insgesamt brachte es Beister, der bei Düsseldorf und beim HSV seine beste Zeit hatte auf 51 Einsätze und acht Tore im Trikot der Schanzer.


Peter Kurzweg kam in dieser Saison fast gar nicht mehr zum Zug. Patrick Sussek ist eine bittere Personalie, nach seiner Langzeitverletzung muss der gebürtige Ingolstädter nun sich einen neuen Verein suchen. Extrem schade, aber nachvollziehbar aus Klubsicht.


In der Defensive verlässt Jan-Hendrik Marx die Schanzer gen Drittligist Braunschweig. Marx konnte beim FCI nie richtig Fuß fassen. Justin Butler soll beim Drittligisten Waldhof Mannheim Spielpraxis sammeln. Leihgabe Andreas Paulsen von Borussia Mönchenglachbach wird aller Voraussicht nach laut Kicker wieder zu den Fohlen zurückkehren.

Von angezählt kann bei Buntic zwar nicht die Rede sein. Stojanovic wird aber sich aber nicht aus Jux und Tollerei an die Donau verleihen haben lassen. Bilder: Roland Geier

Fragezeichen rief auch der Transfer des Torhüters Dejan Stojanovic hervor. Stojanovic kommt als Leihspieler vom FC Middlesbrough inklusive Kaufoption. Bei St. Pauli absolvierte er vergangene Saison 19 Spiele. Beim englischen Zweitligisten Middlesbrough ist der Torwart nordmazedonisch-österreichischer Herkunft noch nicht angekommen. Stojanovic könnte einen möglichen Kampf um die Nummer 1 anschüren. Robert Jendrusch durfte bisher einmal für Fabijan Buntic ran. Gegen Hansa Rostock zeigte Jendrusch eine gute Leistung. Insbesondere beim Rausgehen zeigte er seine Stärken. Stärken über die Buntic nicht verfügt. Buntic ist auf der Linie brutal stark, beim Rausgehen und bei der Strafraumbeherrschung bei Ecken wirkt er oftmals nicht so souverän. Gut möglich, dass Rüdiger Rehm bei den Torhütern richtig Feuer reinbringen möchte und nun einen Torhüterwettkampf ausruft.
Bekanntermaßen gehören Torhüterwechsel bei neuen Trainern durchaus zu den klassischen Moves. Hierarchien aufbrechen, Wettbewerb schüren, Kampf im Training auslösen. Aus Jux und Tollerei wird Stojanovic jedenfalls nicht an die Donau gekommen sein.

Mehr Optionen bekommt der FCI durch Fatih Kaya, Yassin Ben Balla und Canaggia Elva. Alle drei sind nun wieder voll im Trainingsbetrieb.

Personell ist also beim FCI vieles in Bewegung. Vor harten personellen Entscheidungen schrecken Dietmar Beiersdorfer und Trainer Rüdiger Rehm nicht zurück. Konkurrenz belebt bekanntermaßen das Geschäft. Ob es die Maßnahmen auch Punkte bringen wird sich zeigen. Doch die Grundrichtung stimmt Rüdiger Rehm hat nur bis zum 16. Januar Zeit mit der Mannschaft zu arbeiten. Dann soll die Aufholjagd beginnen, beim 1. FC Heidenheim.

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